Donnerstag, 15.11.2018

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Gräfensteinberg: Schüler zimmerten eigene Möbel

Neuntklässler der Mittelschule Gräfensteinberg griffen zu Hobel, Bohrer und Leim - 22.03.2017 12:15 Uhr

Mit einer selbstgemachten Lasagne feierten die Schüler die Einweihung ihrer neuen, selbst gezimmerten Möbel © Tabea Jung


Die Küche der Schule ist ein von den Schülern vielgenutzter Ort. Natürlich geht es manchmal ziemlich rabiat und lebhaft zu, wenn sich dort ein Haufen Jugendlicher tummelt. Kein Wunder also, dass das 30 Jahre alte Mobiliar zunehmend geleimt und "geflickt" werden musste.

Was also tun? Natürlich hätte die Schule einfach neue Möbel für die Küche kaufen können, aber "das kann ja jeder", meinte Schulleiterin Kerstin Seitz-Knechtlein. Schüler wie Lehrer hätten Lust auf etwas Neues gehabt und wollten sich von den alten, verbrauchten Möbeln verabschieden. So entstand die Idee, die Tische und Bänke einfach selbst zu bauen.

Die Entstehungsgeschichte der Möbel hielten die Jugendlichen in Bildern fest und präsentierten das Ganze im Rahmen einer kleinen Einweihungsfeier. © Tabea Jung


Im Oktober 2016 startete das Projekt: Die Schüler fuhren nach Mitteleschenbach in die Schreinerwerkstatt von Stefan Knechtlein und besprachen mit ihm, was zu tun sei. Staunend besahen sie sich die Holzplatten und konnten sich nicht vorstellen, dass diese einmal zu fertigen Möbeln werden sollten. Schreiner Knechtlein nahm die Schüler unter seine Fittiche und half ihnen bei Planung und Bau. Aus anfänglich groben Skizzen wurden sorgfältige Entwürfe auf der Zeichenplatte, und dann ging es auch schon ans Werk.

Es wurde viel geschliffen, geleimt, gebohrt und gehobelt — kurz gesagt: "Es war so viel Arbeit!", wie ein beteiligter Schüler stöhnend verkündete. Umso stolzer und glücklicher waren die jungen Handwerker über das Ergebnis — und das kann sich, darüber waren sich alle einig, definitiv sehen lassen.

Die selbstgebauten Tische und Bänke der Technik-Schüler können sich sehen lassen und laden zum Verweilen ein. © Tabea Jung


Kerstin Seitz-Knechtlein zeigte sich begeistert über dieses "einzigartige Projekt", das von der Regierung von Mittelfranken im Rahmen von "Praxis an Mittelschulen" finanziert wurde. Auch die Gemeinde hatte ihren Teil dazu beigetragen und war für die Materialkosten aufgekommen. Fritz Felleiter vom Staatlichen Schulamt Weißenburg-Gunzenhausen lobte die Schüler für ihre Leistung und betonte, sie könnten stolz auf sich sein. Mit diesem Projekt sei es ihnen gelungen, mehr Praxis in das ansonsten sehr theoretische Schulleben zu bringen.

Nun konnte gefeiert werden: Bei einer leckeren Lasagne, von der Hauswirtschaftsgruppe zubereitet, weihten die Technik-Schüler ihre selbstgezimmerten Möbel ein — und waren sehr zufrieden. 

TABEA JUNG E-Mail

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