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Gunzenhäuser Betrieb bei Regionalbuffet dabei

Dachorganisation im Fränkischen Seenland hat neue Mitglieder - 27.05.2017 07:11 Uhr

Die Mitglieder (mit Urkunde) im Halbrund der Verantwortlichen: Werner Oberhäuser, Markus Goldschmitt, Bernhard Hecht sowie Andreas Wolf und Jessica Lehner (von links) bereichern mit ihren Betrieben das Regionalbuffet. © Jürgen Leykamm


Dabei ging es buchstäblich hoch hinaus. Das begehrte Dokument bekamen die Neulinge am "Berghof" in Oberweiler (Gemeinde Meinheim) überreicht, eine Betriebsführung gab es zum Einstand dazu. Auf dem Hof kann Betriebsleiter Roland Lehner gleich mit mehreren Besonderheiten aufwarten. Zum einen finden sich in seinem Mutterkuhbestand zu 90 Prozent weibliche Rinder der Rasse "Charolais", was in unseren Breitengraden eine absolute Seltenheit darstellt. Vor fünf Jahren hat Lehner sich zum Bau einer Biogasanlage entschlossen, die er fast ausschließlich mit Mist und Gülle am Laufen hält.

Das System setzt auf eine Kombination aus Containern, die sich auch gut verschiffen lassen. Dies sucht ebenso seinesgleichen und lockt Interessierte von sehr weit her. "Besucher aus Brasilien wollten die Anlage sehen, und sogar die Botschafterin aus Vietnam war schon da", so der Hofchef. Seit diesem Jahr darf er sich Leiter eines Biobetriebs nennen, was auch nicht überdachten Freilauf für alle Tiere bedingt. Bei deren Vielzahl war die Umstellung durchaus eine Herausforderung: Neben Rindern finden sich auch Pferde, Hühner, Schweine und sogar Strauße auf dem Hof in Oberweiler. Bei dieser Vielfalt kann Ehefrau Petra Lehner als Erlebnisbäuerin natürlich aus dem Vollen schöpfen, wenn sie die verschiedenen Gruppen über das Gelände führt. Beim Tierstimmenraten zeigt sich, ob alle gut aufgepasst haben. Tochter Jessica Lehner und ihr Partner Andreas Wolf kümmern sich indes um den Hofladen. Nach der Besichtigung stellten beim Ortstermin auch die anderen Neulinge des Regionalbuffets ihre Betriebe vor.

Den Anfang machte Bernhard Hecht, der in Zimmern bei Pappenheim neben klassischen Bieren auch sein eigenes Craft-Bier braut, das Ganze handwerklich erstellt und zusätzlich kaltgehopft. Es gibt ganz besondere Hopfensorten, wie etwa "Spalter Cascade". Hecht fing an wie Bill Gates und gründete 2011 seinen Betrieb in einer Doppelgarage, die er brauereigerecht ausbaute. Verkauft wird auf Wochenmärkten oder an gastronomische Betriebe. Besonders beliebt sei etwa die mit Hopfengenüssen gefüllte "Männerhandtasche". Hecht versteht sich laut eigenem Bekunden auf charakterstarke und saisonale Biere. Aktuell lockt ein dunkles Bockbier, vier Monate in amerikanischer Weißeiche gereift und mit zwölf Prozent Alkoholgehalt.

Ganze Familie packt mit an

Frische Fische gibt es indes bei Michaela und Markus Goldschmitt aus Gunzenhausen. Ihre Teichwirtschaft umfasst 30 Hektar bei Unterschwaningen. Im Hofladen findet sich "alles – vom lebenden bis zum filetierten Karpfen," so der Urkundenempfänger aus der Altmühlstadt. Räucherfisch, Plattenservice und vieles mehr beinhaltet das Angebot dieses Fischhändlers, der zudem Vorsitzender der Teichgenossenschaft Gunzenhausen ist. Aber allein geht gar nichts, weiß auch Markus Goldschmitt: "Bei uns packt die ganze Familie mit an."

Vierter in der Runde der Neuen ist Werner Oberhäuser aus Hattenhof bei Weißenburg. Der Eventgastronom ist mit seinem Foodtruck in ganz unterschiedlicher Mission unterwegs: auf Festen verschiedener Art, aber auch bei Weihnachtsmärkten, Konzerten oder Turnieren – für all dies und mehr ist der Imbisswagen buchbar. Großer Hit ist der Flammkuchen nach Elsässer Art, aber auch Burger und Currywurst werden serviert.

Hocherfreut zeigte sich beim Ortstermin Hans Walter vom Zuwachs für die Initiative. Durch das Quartett werde sie nun noch interessanter, "die Erfolgsstory wird fortgesetzt". So betonte es der Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Weißenburg (AELF). Derzeit finden sich im Seenland 41 Direktvermarkter beziehungsweise Handwerksbetriebe sowie 19 Gastronomen im Regionalbuffet wieder. Alle 60 profitierten von den Vermarktungsmöglichkeiten, die Kunden noch mehr von der Frische und Qualität der Ware.

"Jeder hat hier seine Spezialität – der Genuss kommt nicht zu kurz", führte Walter vor Augen. Außerdem würden die Betriebe regelmäßig da- raufhin geprüft, ob sie den hohen Standards genügen, für die das Siegel der Initiative bürgt. So machte es der Vorsitzende der regionalen Gruppe "Fränkisches Seenland", Fritz Hüttinger, in Oberweiler deutlich. Regionalität und Saisonalität seien längst keine Trends mehr, sondern hätten sich als wichtige Konsumkriterien etabliert.

Das konnte auch Renate Schwarz bestätigen, die das Regionalbuffet seitens des AELF betreut. In den Chefetagen der Discounter habe das Thema mittlerweile oberste Priorität – noch vor dem Personaldruck.

  

JÜRGEN LEYKAMM E-Mail

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