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Rundgang durch das Schloss Altenmuhr

Mechthild und Andreas von Le Suire öffnen ihren Familiensitz - 11.08.2017 17:46 Uhr

Um 1810 lieferte eine Pariser Firma diese Grisailletapete, die noch heute für das besondere Flair im sogenannten Sommersalon sorgt. © Uli Gruber


Die Ursprünge des Schlosses gehen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Die Faszination der Burgen-, Ritter-, Märchen- und Sagenwelt will das Ehepaar von Le Suire interessierten Zeitgenossen zumindest ansatzweise näherbringen. Ab sofort werden deshalb wieder Führungen abgehalten. Informativ, humorvoll, charmant — die von Le Suires gewähren ihren rund 30 Gästen beim gut einstündigen Rundgang durch den Garten und einen Teil des Schlosstraktes spannende Einblicke in ihr außergewöhnliches Zuhause.

Die Reise in die Vergangenheit beginnt am und im ehemaligen Badehaus, idyllisch unweit der Altmühl gelegen. Im Lauf der Zeit wurde der steinerne "Pavillon" auch als Atelier und für festliche Anlässe genutzt. Hier erfahren die Besucher unter anderem, dass sich das gesamte Anwesen seit 1840 im Familienbesitz befindet. Das einstige Wasserschloss gilt als einer der ältesten und bedeutendsten Trutzbauten des oberen Altmühltals. Unter Literaturwissenschaftlern wird sogar ein Bezug zu Friedrich Schillers "Die Räuber" hergestellt. Indizien würden darauf hindeuten, dass Schloss Altenmuhr dem Genius als Schauplatz für sein berühmtes Schauspiel vorschwebte — auch wenn er selbst vermutlich nie vor Ort gewesen sei.

Küche bot prächtige Kulisse

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Führung durch das Altenmuhrer Schloss

Um das Altenmuhrer Schloss ranken sich Geschichten und auch ein Film wurde hier bereits gedreht. Dr. Mechthild und Andreas von Le Suire öffneten nun die Pforten und baten zu einer Führung durch ihre Gemächer.


In dieser Frage gibt es wohl unterschiedliche Positionen. Ein greifbareres Kapitel deutscher Literatur- und Filmgeschichte in Verbindung mit dem Schloss steht indes nicht zur Diskussion. 1974 wurden in der alten Küche Szenen für den Film "Der Räuber Hotzenplotz" mit Gert Fröbe und Josef Meinrad in den Hauptrollen gedreht. Die Küche bot, wie auch das Schlossgebäude, die perfekte Kulisse für den Wohnsitz des gefürchteten Zauberers Petrosilius Zwackelmann. Heute noch — versichern die Gastgeber — gebe es Anfragen von Eltern, deren Kinder unbedingt das "Hotzenplotz-Schloss" sehen möchten.

Selbstverständlich dürfen sich aber auch Erwachsene an der Aura und den unzähligen Details erfreuen. Im Sommersalon beeindrucken die Kreativität des Mobiliars und die von einer Pariser Firma um 1810 gelieferte, wertvolle Grisailletapete. Wunderschöne Bilder und Reliefs können fast überall bewundert werden. Sei es der zwischen 1616 und 1620 vom Nürnberger Meister Hans Kuhn im sogenannten "Weißen Saal" kunstvoll gefertigte Stuck mit Motiven aus der griechischen Mythologie, oder die bei Renovierungsarbeiten in den 1970er-Jahren entdeckte naive Malerei in der dritten Etage — der Fantasie und Inspiration sind keine Grenzen gesetzt. Von der imposanten "Hausartillerie" in Form einer bemerkenswerten Sammlung historischer Waffen ganz zu schweigen.

Mechthild und Andreas von Le Suire sprechen allerdings auch über die Probleme und Unwägbarkeiten, die ebenso zu einem Leben als Schlossbesitzer gehören. Eine geschichtsträchtige Immobilie dieser Kategorie ist eine Dauerbaustelle mit all ihren finanziellen Folgen und der dazugehörigen Verantwortung. Dennoch ist ihnen das Schloss eine Herzensangelegenheit. Das Paar ist hier verwurzelt, schwärmt vom herrlichen Baumbestand und romantischen Sonnenuntergängen.

Wer sich selbst ein Bild von dem Schloss machen möchte, hat dazu am Montag, 21. August, um 17.30 Uhr und am Dienstag, 29. August, um 17 Uhr Gelegenheit. Eine weitere Führung ist im September geplant.

  

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