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Gustl Mollath: "Mir geht's beschissen"

57-Jähriger tut sich schwer, im Alltag außerhalb der Psychiatrie anzukommen - 11.12.2013 08:48 Uhr

Seit August diesen Jahres ist Gustl Mollath ein freier Mann. Doch in seinem neuen Leben ist er noch nicht richtig angekommen.

Seit August diesen Jahres ist Gustl Mollath ein freier Mann. Doch in seinem neuen Leben ist er noch nicht richtig angekommen. © dpa


Vor kurzem erst war Gustl Mollath in München, wo das Buch „Staatsversagen auf höchster Ebene — Was sich nach dem Fall Mollath ändern muss“ vorgestellt wurde. Dabei gab er Focus Online ein Interview, in dem er sagt, dass seine Lage "sehr schwierig" sei. Von einem Tag auf den anderen ein freier Mann geworden zu sein, nach sieben Jahren in der geschlossenen Abteilung der Bayreuther Psychiatrie.  "Ich konnte ja nichts vorbereiten für meine Entlassung. Aus einer solchen Situation muss man erstmal wieder auf die Beine kommen. Dass ich nicht obdachlos bin, liegt in jedem Fall nicht an der Hilfe des Staates."

Der 57-Jährige, der noch immer keine eigene Wohnung hat, mal hier und mal da übernachte, müsse jeden Tag schauen, wie er sein "Überleben deichseln" kann. Ihm gehe es "beschissen", sagter er im Interview.

Nachdem sich Mollaths Tagesablauf lange Zeit nach der Psychiatrie richtete, fällt es ihm jetzt schwer, im Alltag außerhalb der Klinik anzukommen. "Meine Nächte enden bereits nach drei bis fünf Stunden Schlaf, weil ich gegen drei oder vier Uhr morgens aufwache. Genau zu der Zeit also, in der die Wärterinnen der Psychiatrie Nacht für Nacht die Zimmer ausgeleuchtet haben. Da standen dann nachts plötzlich schlecht aussehende, überfressene Damen im eigenen Zimmer. So eine Horrorfratze vor dem eigenen Gesicht - davon träumt man." 

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