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Heftiges Unwetter: 160 Einsätze in 180 Minuten

Bäume stürzten auf Straßen - Zugverkehr behindert - Stromausfall in Roßtal - 23.05.2014 14:03 Uhr

In Fürth fielen Bäume auf geparkte Autos.

In Fürth fielen Bäume auf geparkte Autos. © ToMa-Fotografie


Am Donnerstagabend zog die Gewitterfront von Südosten kommend in Richtung Nürnberg und Region. Mit einer maximalen Windgeschwindigkeit von 65 Stundenkilometern wehten in der Noris gegen 22.15 Uhr die stärksten Sturmböen.

Erste Schäden wurden bereits ab 21 Uhr gemeldet. Der Sturm riss mehrere Bäume um, die teilweise auf Straßen stürzten und diese blockierten. Herabfällende Äste beschädigten zahlreiche Fahrzeuge und Gebäude. Der Sturm deckte einige Dächer ab. Brandmeldeanlagen lösten aufgrund von Blitzschlägen und Überspannungen aus. Im Bereich der Wöhrder Wiese blockierten Äste ganze Wege.

Die Feuerwehr musste im Versorgungsgebiet der Integrierten Leitstelle Nürnberg innerhalb von drei Stunden zu insgesamt 160 Einsätzen ausrücken. 44 Einsätze entfielen dabei auf Nürnberg und Fürth, in Erlangen waren es 33.  "Das Problem waren gar nicht die Niederschläge, sondern der starke Sturm, der viele Bäume umriss und auf Straßen, Bahn-Oberleitungen, Hausdächer und Autos stürzen ließ", berichtete Marc Gistrichovsky, Leiter der Integrierten Leitstelle.

Bei Sör steht im Moment das Telefon nicht still. Laut Pressesprecherin Ulrike Goeken-Haindl haben bereits 40 bis 50 Bürger angerufen, um Schäden zu melden. Der Servicebetrieb ist flächendeckend im Einsatz. Es gab erhebliche Astabbrüche in Grünanlagen, vor allem in der Rosenau, Gebersdorf und Gerasmühle. Die Abteilung für Baumpflege behebt zurzeit Schäden auf Nürnberger Spielplätzen. Am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) hat es auf Grund des starken Windes ein Wellblechdach abgehoben.

Eichen stürzten auf Bungalow

Die Landkreise Fürth, Erlangen-Höchstadt, Forchheim und das Nürnberger Land waren ebenfalls vom Unwetter und dessen Folgen betroffen. Neben der Feuerwehr Erlangen waren in der Hugenottenstadt zusätzlich die Freiwilligen Feuerwehren Erlangen-Stadt, Bruck, Büchenbach, Frauenaurach und Tennenlohe im Einsatz. Ein umgestürzter Baum beschädigte in der San-Carlos Straße die Oberleitung der Bahnstrecke zum Hafen. Die Feuerwehr sicherte die Stelle bis zum Eintreffen des Notfallmanagers der Bahn ab.

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In der Nacht zum Donnerstag ist über Franken ein Unwetter hinweggezogen. In Nürnberg und Fürth musste die Feuerwehr 77 Mal ausrücken. Hausdächer wurden durch den heftigen Wind abgedeckt, umgestürzte Bäume und abgerissene Äste legten den Straßen- und Schienenverkehr zeitweise lahm.


Die Einsatzkräfte mussten außerdem mehrere umgestürzte Bäume im Bereich der Bundesstraße B4 beseitigen. Als "aufwändigste Einsatzstelle" bezeichnete Einsatzleiter Friedhelm Weidinger das Gymnasium Fridericianum in der Sebaldusstraße: Zwei massive Eichen waren auf den Bungalow des Hausmeisters gestürzt und mussten mit Motorsägen durchtrennt werden.

In Weiherhof bei Zirndorf fiel ein Baum auf die Gleise und blockierte die Zugstrecke. Ein weiterer stürzte auf den Wachendorfer Weg im Waldstück zwischen Wachendorf und Fürth, der übersät war mit herabgestürzten Ästen. In der Alten Reutstraße in Fürth stürzte ein Baum auf ein Auto. Außerdem schlugen in der Dambacher Straße in Fürth mehrere Blitze in eine Wiese ein, die Feuerwehr rückte aus.

Eine aufregende Nacht hatte auch ein älteres Ehepaar aus dem Obermichelbacher Ortsteil Rothenberg. Auf dem Nachbargrundstück kippte eine alte Eiche auf eine zweite, die dadurch ebenfalls einen Riss im Wurzelwerk bekam und in Schieflage geriet. Beide Eichen drohten auf das Haus des Ehepaars zu stürzen. Auch nachdem die Feuerwehr einige Äste abgeschnitten hatte, um die Last zu verringern, bestand das Risiko weiterhin, dass beide Bäume auf das Haus fallen würden. Das Ehepaar musste deshalb die Nacht bei Nachbarn verbringen.

Aufgrund der heftigen Gewitter musste auch die Gunzenhäuser Feuerwehr einige Male ausrücken. In Filchenhard schlug der Blitz in ein Trafohäuschen ein, in Heidenheim stürzte eine Kastanie auf ein leerstehendes Haus.

Gegen 22 Uhr gingen in 13 Orten um Roßtal, Weitersdorf, Gutzberg und Großweismannsdorf die Lichter aus. Nach Angaben von N-Ergie wurde eine Störung Stromnetz im Versorgungsbereich des Umspannwerks Zirndorf registriert. Die Ursache für den Stromausfall waren ein defektes Leiterseil in der Nähe von Gutzberg und ein defektes Kabel in Roßtal. N-Ergie konnte die Probleme beheben, sodass um 3.30 Uhr wieder alle Haushalte Strom hatten.

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Sturm in Erlangen: Bäume fallen auf Bungalow und Gleise

Von dem Gewittersturm in der Nacht zum Freitag war auch die Stadt Erlangen betroffen. Die Feuerwehr musste zu insgesamt 25 Einsätzen ausrücken und war rund vier Stunden lang mit den Folgen des Sturms beschäftigt.



Wegen Gegenständen im Gleis wurde die Strecke zwischen Triesdorf und Gunzenhausen gesperrt. Züge wurden an geeigneter Stelle zurückgehalten. Einige Bäume verfingen sich außerdem in Oberleitungen der Bahn und lösten Kurzschlüsse aus.

Nach Angaben der Bahn sind in der Nacht auf die unterschiedlichsten Strecken rund um Nürnberg und Fürth Äste gefallen. Es kam deshalb zu kurzzeitigen Zugausfällen und Verzögerungen auf den betroffenen Linien. Die Strecke zwischen Nürnberg-Stein und Heilsbronn musste bis 14 Uhr gesperrt werden. Weitere Informationen zu Streckensperrungen und Schienenersatzverkehr haben wir in unserem Streckenticker zusammengefasst.  Aufgrund der Stärke des Unwetters in Nürnberg waren alle Feuerwachen der Berufs- und der Freiwilligen Feuerwehren Gartenstadt, Werderau, Katzwang, Moorenbrunn, Fischbach, Eibach sowie Almoshof im Einsatz.

Die Gesamthöhe der Schäden in der Region kann die Feuerwehr noch nicht beziffern, auch am Vormittag gingen immer noch Notfallmeldungen ein. "Viele haben erst am Morgen, als es wieder hell war, bemerkt, welche Schäden der nächtliche Sturm angerichtet hat", sagte Gistrichovsky.

Mittlerweile ist das Tief "Zeynep" in den Westen und Norden Deutschlands weitergezogen und sorgt nun dort für Verwüstung.

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ar/ib/acb/dpa/schiem

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