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Samstag, 15.12.2018

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Ammoniak-Alarm: Großeinsatz am Höchstadter Eisstadion

Chemikalie trat aus 5000-Liter-Tank aus - Auch Gaststätte betroffen - 03.12.2018 17:58 Uhr

Wegen eines Ammoniak-Alarms im Eisstadion musste am Montag ein Großaufgebot der Feuerwehr nach Höchstadt ausrücken. © Roland Huber


Zunächst sah es eher nach einem kleinen Einsatz aus. Aus einem 5000-Liter-Tank, der zwei Aggregate zur Kühlung der Eisfläche speist, war das unsichtbare und gesundheitsgefährdende Gas ausgetreten. Eine Meldeanlage hatte Alarm ausgelöst. "Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nicht", betont Sebastian Weber. Der Pressesprecher der Kreisbrandinspektion Erlangen-Höchstadt war zunächst davon ausgegangen, dass die Lage schnell in den Griff zu bekommen sei. Aber nach Abschiebung der beiden Haupthähne zeigte sich, dass nach wie vor Ammoniak austrat. Beim Kontakt mit Luft wird das flüssige Kältemittel zu Gas. Die Lecks ließen sich zunächst nicht lokalisieren. Es ist auch nicht klar, wie viel Ammoniak letztlich ausgetreten ist. Aber: "Ursache ist sicher ein technischer Defekt", meinte Weber. Der Betreiber der Anlage war am Montag vor Ort.

Die Einsatzkräfte konnten der Unglücksort nur mit Chemikalienschutzanzügen betreten, in denen sie jeweils nur 20 Minuten lang arbeiten konnten, bevor sie abgelöst werden mussten. Daher mussten immer wieder weitere Einsatzkräfte nachalarmiert werden. Die Feuerwehr Höchstadt war zuerst vor Ort, es folgten die Kollegen aus Adelsdorf, Herzogenaurach und die Werksfeuerwehr von Schaeffler. Aus Hammerbach rückte ein Dekontaminationsteam an, das sicherstellte, dass alle Gefahrstoffe von der Einsatzkleidung beseitigt sind. Derzeit läuft die Anlage im Notbetrieb, wodurch ein Abtauen des Eises verhindert wird. 

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Aufregung in Höchstadt: Ammoniak im Eisstadion ausgetreten

Ein Ammoniak-Alarm im Höchstadter Eisstadion hat am Montag rund 70 Einsatzkräfte der Feuerwehr auf den Plan gerufen. Das gefährliche Gas war aus einem 5000-Liter-Tank ausgetreten. Nur mit speziellen Schutzanzügen durften die Einsatzkräfte den Unglücksort betreten. Verletzt wurde laut Polizeiangaben niemand.


Auch Gaststätte war betroffen

Insgesamt waren bis zum Nachmittag rund 70 Feuerwehrleute im Einsatz. Betroffen war auch die Gaststätte, in die das Ammoniak über die Heizungsanlage einströmte. Daher wurde auch das Gewerbeaufsichtsamt eingeschaltet. Gas, das aus der Gaststätte über die Abluftanlage wieder entwich, drückten die Einsatzkräfte nieder, in dem sie Wasserwerfer einsetzten. Die Räume der Gaststätte müssen gründlich entlüftet werden, sind aber bald wieder nutzbar, meint Pressesprecher Weber.

Bürgermeister Gerald Brehm machte sich am Nachmittag ein Bild vor Ort. Verletzt wurde niemand. Zum Schutz der Einsatzkräfte standen aber zwei Rettungswagen bereit. Über die Höhe des Schadens konnte der Pressesprecher gestern noch keine Auskunft geben, auch nicht darüber, wann die Eisfläche wieder genutzt werden kann oder ob sie überhaupt in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Dieser Artikel wurde am Montag gegen 18 Uhr aktualisiert.


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Claudia Freilinger Nordbayerische Nachrichten Herzogenaurach/Höchstadt E-Mail

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