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Nach U-Haft: Christian Pech will sich mit Landrat treffen

Stellvertreter nahm Kontakt mit Alexander Tritthart auf - 09.11.2017 06:00 Uhr

Wie es für Christian Pech nach der U-Haft weiter geht, ist noch unklar. © Harald Sippel


Der Möhrendorfer in einen rund 30 Millionen schweren Zollbetrug mit Solarmodulen verstrickt sein, gegen ihn wird als Gehilfe ermittelt. Nach vier Wochen U-Haft wurde der Haftbefehl gegen ihn jedoch außer Vollzug gesetzt. Er hat allerdings die Auflage erhalten, sich regelmäßig bei der Polizei zu melden.

Bereits am Dienstag, so teilte Landratsamtssprecherin Hannah Reuter mit, habe sich Christian Pech bei Landrat Alexander Tritthart gemeldet. In dem Telefonat habe man dann vereinbart, sich in den nächsten Tagen persönlich zu treffen.

Doch Pech konnte in den vergangenen Wochen durch seine Inhaftierung nicht nur das Amt des Vizelandrats nicht ausüben, sondern auch als Kreisvorsitzender der Awo war er verhindert. Die Führung der Awo hatte in den vergangenen Wochen die stellvertretende Kreisvorsitzende Martina Stamm-Fibich mit einem Vorstandskollegen übernommen. Sie plädiert nun dafür, Christian Pech „Zeit zu lassen, nach Hause zu kommen“. Bis dahin möchte sie sich zum Fall Pech nicht weitergehend äußern, sondern bittet um Geduld.

In Pechs Wohnort Möhrendorf wird laut Bürgermeister Thomas Fischer (CSU) verständlicherweise intensiv über den Fall diskutiert: „Christian, den ich seit der Schulzeit kenne, hat sich zwar mehr auf Kreisebene als hier in der Gemeinde engagiert, doch in einem Ort mit 4800 Einwohnern gehört er als stellvertretender Landrat natürlich zu den prominenten Persönlichkeiten und seine Festnahme war vor allem in den Tagen danach das zentrale Gesprächsthema.“

Bei den rund 30 Millionen Euro, die bei der Einfuhr von Solarmodulen aus China an Zöllen hinterzogen worden sein sollen, hätten manche Bürger schon spekuliert, Pech sei ein steinreicher Mann. Fischer hebt jedoch hervor, dass unbedingt die weiteren Ermittlungen und Einschätzungen der Justiz abgewartet werden müssen, bevor man hier etwas unterstelle.

Er habe den 41-Jährigen in all den Jahren als umgänglichen und gutmütigen Menschen erlebt, weshalb er sich schwer vorstellen könne, dass eine persönliche Bereicherung vorliege: „Vielleicht wurde Christian unter Druck gesetzt oder nicht über alle Einzelheiten informiert. Aber dies sind alles Vermutungen. Wir müssen einfach die Entscheidung des Gerichts abwarten und sollten uns vor einer Vorverurteilung hüten.“ Christian Pech selbst war am Mittwoch nicht zu erreichen. 

kby/sj

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