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Alexander Tritthart will ERH-Bewusstsein

Für CSU im Landrats-Rennen — "Stärker positionieren in der Region" - 18.02.2014 09:17 Uhr

Mit Alexander Tritthart bewirbt sich wieder ein Bürgermeister um den Landratsposten. Für uns posiert er auf dem sanierten Spielplatz neben dem Weisendorfer Grundschulgebäude. © pfr


Die sechs Jahre Erfahrung als Rathauschef in Weisendorf wirft Tritthart auch werblich in die Waagschale: Ein Bürgermeister sei stets nahe dran an den Sorgen der Bürger, verstehe aber auch, welche Sorgen die Gemeinden als Gemeinden mit dem Landkreis und seiner Verwaltung haben.

Tritthart hat auch Erfahrung mit dem Landratsamt. Dort war der Diplom-Verwaltungswirt immerhin von Studienende bis zu seiner Wahl zum Bürgermeister beschäftigt, zuletzt unter Franz Krug und Eberhard Irlinger zuständig für Wirtschaftsförderung.

Austausch mit Gemeinden

Er hat sich im Fall seiner Wahl vorgenommen, engere Drähte zu knüpfen zwischen den 25 Gemeinden in ERH und den Institutionen des Landkreises, vor allem dem Landratsamt. Da sei noch Potenzial. Man müsse sich besser austauschen.

Tritthart hat ein Beispiel: die Breitband-Versorgung. Schneller Internet-Zugang, inzwischen fast so wichtig wie die Wasserversorgung, ist in seinen Augen eine gemeinsame Aufgabe. Der Landkreis könne nicht jede Gemeinde allein planen und mit Versorgern verhandeln lassen. Das müsse man zusammen voranbringen.

Verwaltung verbessern

Ein weiterer „innenpolitischer“ Schwerpunkt des gelernten Verwaltungsmannes: die Kreisverwaltung weiter verbessern, nicht nur im Austausch mit den Gemeinden, sondern auch intern in den Verwaltungsabläufen. Anträge könnten schneller bearbeitet werden. Und bei den direkt dem Landrat zugeordneten Stäben könne man „abspecken“, so Tritthart.

Keinen Zweifel lässt der Kandidat daran, dass das Landratsamt am beschlossenen Standort in Erlangen neu gebaut werden muss. Aber auf die Frage nach Kostensteigerung und Raumbedarf äußert Tritthart schwere Bedenken. Das Projekt müsse der neue Kreistag noch einmal auf den Prüfstand stellen — nicht das Vorhaben grundsätzlich und den Standort, wohl aber Fragen der Raumplanung. „Brauchen wir in dem Gebäude so viel Raum für repräsentative Zwecke, wenn der Büroraum schon jetzt zu klein scheint?“, fragt der Christsoziale rhetorisch, „Und brauchen wir so eine Fassade?“. Er ist für „mehr Nutzcharakter“.

Für die StUB

Ganz in der Nähe des Gossen-Geländes liegt ein weiterer für Tritthart wichtiger Ort, der Erlanger Hauptbahnhof. Dort müsse der Zielbahnhof der Stadt-Umland-Bahn sein. Oder einer S-Bahn nach Herzogenaurach. Ein schienengebundenes Verkehrssystem in den Arbeitsplatz-Knotenpunkt des Landkreises unterstützt der CSU-Kandidat „absolut“. Und hält eine „relativ kurzfristige Lösung“ für notwendig, wobei eine S-Bahn den Charme hätte, vom Freistaat bezahlt zu werden.

Wenn aber eine kommunale Bahn komme, die Nürnberg, Erlangen und ERH schultern müssen, dann zahlen auch Gemeinden mit, denen — im Gegensatz zu Weisendorf — die StUB „nichts bringt“. Die nördlich von Höchstadt gelegenen zum Beispiel. Deshalb brauche der Landkreis auch ein verbessertes, auf die StUB ausgerichtetes Bussystem — eine Lösung, die den öffentlichen Nahverkehr für alle 25 Landkreisgemeinden verbessert.

Tritthart will dies — und auch eine reale, auf den heutigen Stand vorangebrachte Kostenberechnung. Ihn wundere, warum Zahlen von 2006 diskutiert werden, in die nicht einmal die Kosten für Park-and-Ride-Plätze einkalkuliert seien. Nach dem Schwenk seines Parteifreunds Siegfried Balleis vom StUB-Gegner zum Befürworter sei der Landkreis wieder am Zug. Er müsse sich stärker den beteiligten Großstädten gegenüber positionieren, damit das Vorhaben nicht doch nur als Campus-Bahn endet.

„Mehr Selbstbewusstsein

Das Selbstbewusstsein von ERH — auch so ein Punkt, an dem er als Landrat arbeiten will. „Wir sind ein wichtiger Teil der Metropolregion. Wirtschaftlich stark, mit tollen Gemeinden, die noch Flächen zum Wohnen und für Gewerbe bieten können. Bei uns geht noch was“, sagt er und bedauert, dass ERH in der Region dagegen nur als der „Karpfenlandkreis“ wahrgenommen werde. Es werde in der Metropolregion zu viel über ihre kreisfreien Städte geredet, dabei „könnten wir da selbstbewusster auftreten“.

Dass ERH selbst aus drei „Regionen“ besteht, dem Osten, dem Westen und den Gemeinden im Regnitztal, das sei wohl nicht aufzubrechen. Obwohl Tritthart im Fall seiner Wahl die identitätsstiftenden Aktionen Eberhard Irlingers fortsetzen will.

Für „Bildungsregion“

Zu Bildungsregion im Sinn der Kampagne des Kultusministeriums will Tritthart den Landkreis auch machen. Und bessere Zusammenarbeit mit den Gemeinden auch strukturpolitisch pflegen: Es sei eine spannende Aufgabe, den Bedarf an Wohnraum und Gewerbeflächen in dem wachsenden Landkreis zu strukturieren, dass Natur- und Landschaftsschutz nicht völlig unter die Räder kommen, aber auch Gemeindeinteressen berücksichtigt werden.

Zur Person: Alexander Tritthart ist 44 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Er ist in Herzogenaurach geboren, aufgewachsen und bis zum Abitur in die Schule gegangen. Nach dem Wehrdienst studierte er in Hof, schloss als Diplom-Verwaltungswirt ab und begann seine Laufbahn im Landratsamt Erlangen. 2008 gewann er für die CSU die Bürgermeisterwahl in Weisendorf.

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Rainer Groh

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