Freitag, 16.11.2018

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Brauereien in ERH gehen die Bierflaschen aus

Vor Ferienreise das Leergut zurückzubringen - 29.07.2018 08:57 Uhr

Derzeit Mangelware: Bierflaschen. © Foto: Rainer Jensen / dpa


"Auch wir mussten schon Flaschen nachkaufen, haben aber im Winter schon viel gesammelt. Wir haben Platz genug." Braumeister Andreas Geyer aus Oberreichenbach kennt das Problem nicht erst 2018: Auch in den heißen Jahren 2003, 2013, 2016, 2017 fehlten zu Hochzeiten bereits die Bier- und Wasserflaschen im Kreislauf. Grund sei die Vorratshaltung der Verbraucher. Die zehn Kästen Cola oder Wasser, die ein angenommener Durchschnittsverbraucher bunkert, sobald der Sommer kommt, würden schlicht im Kreislauf fehlen.

Obgleich, so überschlägt Andreas Geyer kurz mal Zahlen, bei etwa 80 Millionen Bundesbürgern in 20 Millionen Haushalten die rund 200 Millionen umlaufenden Flaschen eigentlich reichen sollten.

Der Getränkeindustrie geht es zurzeit gut, weiß der Braumeister. Schließlich steigt der Flüssigkeitsverbrauch pro Person vom Durchschnittsnormalmaß von 2,5 Liter pro Tag auf 3,5 Liter pro Tag bei 40 Grad Celsius. Neuerdings sei entsprechend der Bierverbrauch in Deutschland um 1,3 Prozent gestiegen.

Rechnet sich nicht

Allerdings, um auf den Flaschennotstand zurückzukommen: Bügelflaschen, die 50 Cent im Einkauf kosten, spontan nachproduzieren zu lassen rechne sich bei 15 Cent Pfand keinesfalls. Kommt das Leergut nicht zurück – und Bügelflaschen werden von Hobby-Braumeistern gern behalten – so sei ein finanzieller Verlust zu verbuchen. Die nostalgische Idee, das Bier offen im Krug zu holen, hält Andreas Geyer für unpraktikabel. Viel zu zeitaufwändig.

"Heuer ist es schlimmer als sonst", bestätigt auch Braumeister Ingo Sauer vom Blauen Löwen in Höchstadt den Flaschenmangel. Die Verbraucher würden die Kästen im Keller bunkern, bei den Brauereien fehle das Leergut. "Wir füllen präzise ab", ist die Strategie: Sind nur 1000 Kästen vorrätig, so werden nur entsprechend viele Flaschen abgefüllt. Ingo Sauer: "Wir könnten mehr machen."

Der "Kastenengpass" sei auch durch die Fußball-Weltmeisterschaft hervorgerufen, analysierte der Brauerbund. Bierkästen, traditionell auch eine Art Leiterersatz beim Bauen und Renovieren, werden mittlerweile jedoch auch für etwas anderes gebraucht: Bierfans bauen sich eine Bar aus dem Stapelgut. Eine Entwicklung vergleichbar den Europaletten, die es inzwischen in Wohnzimmer und auf Terrassen geschafft haben.

Brauer schlagen daher bereits diese Maßnahmen vor: Vollgut nur noch gegen Leergut oder ein höheres Flaschenpfand.  

-eke

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