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CSU Adelsdorf: Minister gratuliert zum 60. Geburtstag

Ortsverband feiert langjähriges Bestehen in der Aischgrundhalle - 11.09.2017 06:00 Uhr

Langjährige Mitglieder der CSU: Adolf Eckert (M.) und Peter Heumann (l.), die beim Festakt neben Ewald Münch (r.) saßen. © Fotos: Nikolaus Spörlein


Dabei stand nicht unbedingt die Festrede des Ministers im Mittelpunkt, sondern eher ein gespieltes Interview von den beiden stellvertretenden Vorsitzenden, Karin Frank und Uwe Pöschl, die zusammen mit der Chefin der Jungen Union, Mona Eigenfeld, Zeitzeugen darüber befragten, wie es zur Gründung der Christsozialen in Adelsdorf vor sechs Jahrzehnten kam und wie sich die Kommunalpolitik im Zeichen der CSU in der Gemeinde veränderte. Auf Drängen des damaligen Ortsgeistlichen, Pfarrer Kaspar Lang, nämlich wurde erstmals darüber sinniert, vermehrt christliche Werte im Dorf mit Politik zu vereinen. Ein gewisser Grundstein an Mitgliedern, die in anderen Ortsverbänden organisiert waren, sei wohl schon vorhanden gewesen, weshalb die Zahl von 110 Anwesenden bei der Gründungsversammlung am 16. Juli 1957 im Gasthaus "Zur Post" auch nicht verwunderte.

Apotheker Leonhard Schalwig hatte die Federführung seinerzeit und wurde bei einer ersten Vorstandswahl im November des gleichen Jahres auch Vorsitzender. Der Apotheker lebt schon lange nicht mehr. Dafür kam sein Sohn, der Heroldsberger Bürgermeister Johannes Schalwig. "Da gab es ohne Zweifel schon einen gewissen Druck", meinte Altbürgermeister Armin Goß auf die Frage von Mona Eigenfeld, was die Menschen angetrieben habe. "Druck von außen", will heißen – ohne es auszusprechen – der damalige SPD Bürgermeister Alfons Trapp, der die Geschicke der Gemeinde von 1948 bis 12978 leitete, habe mit seiner "Alleinherrschaft" ein wesentliches Stück dazu beigetragen, einen Ortsverband zu gründen.

Der bayerische Justizminister Winfried Bausback (M.) im Gespräch mit Walter Nussel (r.), dabei auch Parteimitglied Udo Kramer und Vizevorsitzender Uwe Pöschl (links).


Die politische Bühne in Adelsdorf war fortan und bis heute von christsozialem Gedankengut geprägt. "Wir wollten dann unbedingt die Kommunalwahlen 1972 gewinnen, das klappte aber nicht", so Altbürgermeister Ewald Münch, der bekanntlich dann sechs Jahre später den bis heute einzigen SPD-Bürgermeister in Adelsdorf im Amt ablöste.

Die Partei blühte, hatte zu dieser Zeit laut Münch schon über 200 Mitglieder und zählt bis heute zu einem der größten Ortsverbände im Landkreis. Und man konnte sich schätzen, auch eine Junge Union mit vielen Nachwuchskräften zu haben.

Bei denen, also der Jungen Union, das bestätigte deren einstiger Aktivposten Georg Hammer, kam es überhaupt nicht gut an, dass 1980 sogar noch eine Frauen Union gegründet werden sollte. Hammer: "Wir waren damals strikt dagegen", schließlich fürchtete man die Frauen aus den Reihen der Jungen Union zu verlieren.

Es kam natürlich zur Gründung, bestätigte Hammer, was Co-Moderatorin Karin Frank (aktuell FU-Vorsitzende) ein Lächeln entlockte.

Nach Ewald Münch amtierte bekanntlich Armin Goß als Rathauschef, erinnerte der heutige Fraktionssprecher Andreas Maier, und unter seiner Regie wurde nicht nur die doppelte Haushaltsführung im Rathaus eingeführt. Unter Goß entstand auch die erste Kinderkrippe im ganzen Landkreis, auch das riesige Wohn- und Gewerbegebiet "Läusberg" wurde aus dem Boden gestampft.

"Wir müssen noch mehr tun, mehr in die Vereine gehen", mahnte Hans Mönius, der vor Matthias Goß Vorsitzender der hiesigen CSU war. Es reiche nicht, wenn man eine sehr gut besuchte Prunksitzung organisiere, oder ein herrliches Schlossgartenfest.

Immer wieder wurde die Geburtstagsfeier mit zackigen Klängen der Zeckerner Blasmusik aufgelockert, auch bevor der Justiz-Minister das Mikrofon ergriff und diesem Ortsverband bestätigte, dass "hier in den letzten 60 Jahren eine Menge bewegt wurde". Es sei überhaupt nicht selbstverständlich, dass sich die Menschen ehrenamtlich in Parteien engagieren.

Die CSU in Adelsdorf, so Bausback, sei ein Beweis dafür, dass "mit konservativen Leuten an der Spitze auch der Fortschritt kam".

Das ging runter wie Öl bei den beiden anwesenden Gründungsmitgliedern Adolf Eckert und Peter Heumann, die beim Festakt neben Ewald Münch saßen, aber auch bei CSU-Kreisvorsitzendem Stefan Müller, der sich am Ende der Veranstaltung zusammen mit Bausback auf Bitten von Bürgermeister Karsten Fischkal ins Goldene Buch der Gemeinde eintrug. Neben Heumann und Eckert wäre auch noch der frühere zweite Bürgermeister Adam Kästner geehrt worden, der allerdings im Altenheim sei; seine Ehrung werde man natürlich nachholen, so Matthias Goß von der CSU Adelsdorf.

Weiterhin wurden Willi Willert und Helmut Fischer für 40-jährige Treue, Martina Klemm und Steffen Kaiser für 20 Jahre geehrt; ferner noch neun Mitglieder, die vor zehn Jahren zur CSU stießen. 

NIKO SPÖRLEIN

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