Sonntag, 18.11.2018

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Experte rechnet mit "insgesamt gutem Karpfenjahr"

Fische wurden heuer aber mit mehr Aufwand erzeugt - 03.09.2018 11:00 Uhr

Der Preis pro Karpfenportion liegt in dieser Saison wegen der gestiegenen Energiepreise um etwa 30 Cent höher als im Vorjahr. © Hans-Joachim Winckler


Das Wichtigste vorweg: Auch wenn einige Teichwirte schon vor Saisonstart wegen der anhaltenden Trockenheit zu Notabfischungen schreiten mussten, muss sich vorerst keiner um den Karpfen-Nachschub Gedanken machen. "Im Großen und Ganzen werden wir ein gutes Karpfenjahr haben", prognostizierte Martin Oberle, Leiter der Außenstelle für Karpfenteichwirtschaft, vor Ehrengästen wie der stellvertretenden Landrätin Gabriele Klaußner.

Diese Ergebnisse würden aber mit einem höheren Aufwand erzielt als sonst. Teichwirte hätten ihre Weiher belüften müssen, weil mancherorts der Sauerstoff knapp wurde. Andere Teiche mussten bei Notabfischungen zusammengelegt werden, weil der Wasserstand durch die anhaltende Trockenheit zu niedrig geworden war.


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"Wo ausreichend Wasser da war, gibt es genügend Fische — und auch große Karpfen, weil der Karpfen die Wärme ja eigentlich mag", sagte auch Walter Jakob, der Vorsitzende der Teichgenossenschaft Aischgrund. Wo Wasser und Sauerstoff knapp gewesen seien, schaue es hingegen nicht so gut aus.

"Überragend" sei in dieser Saison aber die Fleischqualität. Weil die Karpfen aktiv sein mussten und die Teichwirte wegen des knappen Sauerstoffs in den Weihern zeitweise nur wenig zufüttern konnten, sei der Fettanteil in diesem Jahr besonders niedrig.

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Der Preis liege in diesen "r-Monaten" um rund 30 Cent pro Portion höher als in der Vergangenheit. "Das liegt aber nicht daran, dass die Teichwirte mehr einnehmen wollen, sondern an den hohen Energiekosten in diesem Sommer", erklärte Jakob beim offiziellen Karpfenauftakt. Eben weil zum Beispiel die Teiche belüftet werden mussten.

Für Martin Oberle ergeben sich durch den Klimawandel auch neue Arbeitsfelder für die Forschung: "An den Teichen haben wir keinen Strom, um die Belüftung anzuschließen. Könnten wir dafür Photovoltaik nutzen?", fragt der Leiter der Außenstelle beispielsweise. Auch mit der Frage, wie man die Verdunstung in den Fischweihern reduzieren kann, müssten Wissenschaftler sich befassen.

Bei Karpfen- und anderen Fischspezialitäten, Antipasti und Käse traten diese Fragen am Freitag zumindest aber erst mal in den Hintergrund — es überwog schlicht die Freude darüber, dass die Karpfensaison wieder gestartet war.

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KATRIN BAYER

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