Sonntag, 18.11.2018

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Fröhliches Wind-Fest in Ochsenschenkel

Drei Windräder am Rande des Steigerwalds eingeweiht - 13.08.2018 17:38 Uhr

Am Fuße eines der drei Windräder spielte sich das Festgeschehen ab. © Foto: Max Danhauser


Schon am Vormittag war das Zelt mit gut 100 Gästen gefüllt, die dem Gottesdienst von Pfarrer Georg Salzbrenner lauschten. Im Laufe des Tages sollten es noch viele mehr werden. Gegen Mittag mussten dann noch weitere Bierbänke auf der Fläche vor dem Windrad aufgebaut werden, damit alle Besucher einen Sitzplatz fanden.

In gewohnt humorvoller Weise führte Sven Bach als Moderator durch das Programm und hatte sogar die inoffizielle Hymne Frankens im Gepäck. Später am Nachmittag trat er selbst noch auf. Für musikalische Unterhaltung sorgte auch die Kapelle "Drei-Franken-Eck" aus Burghaslach. Speis’ und Trank gab es auch, beim Fest neben dem fast 199 Meter hohen Stromerzeuger.

Für die Kinder, die selbst gern in luftige Höhen hinauswollten, war ein kleiner Kletterturm aufgebaut worden. Ein Strohlabyrinth, Kinderschminken und Torwandschießen sorgten ebenso für Unterhaltung wie eine Kutschfahrt. Später am Nachmittag gab es auch noch den Kinderzauberer "Manolo" aus Höchstadt und eine Tombola.

Die politische Prominenz — Landtagsabgeordneter Walter Nussel und Bezirksrätin Ute Salzner von der CSU sowie Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt von den Freien Wählern und Landtagskandidat Christian Zwanziger von den Grünen — lobte die neuen Windanlagen in den höchsten Tönen und betonte deren Bedeutung für Klima und Zukunft.

Den Ausstieg aus Kohle-, Öl- und Atomenergie werde man nicht ohne den Wind gehen können.

Seit einem Jahr etwa sind die drei Windkraftanlagen rund um Ochsenschenkel bereits in Betrieb. Für etwa 6500 Haushalte können sie laut Projektleiter Friedrich Brehm jährlich Strom liefern, ausgehend von einer bayerischen durchschnittlichen Haushaltsgröße von zwei Menschen könne so fast der gesamte Bedarf der knapp 13 500 Einwohner von Höchstadt gedeckt werden.

Für 100 000 Euro habe man die Rotorblätter der Windräder übrigens auch noch extra "leise" gemacht. Um die Schallimmission um 20 Prozent zu reduzieren, habe man Kämme anbringen lassen, außerdem die leiseste Anlage gewählt.

Friedrich Brehm war am Sonntag in bester Laune anzutreffen. Vor gut acht Jahren hatte er die Idee, die Windräder an ihrem jetzigen Standort zu verwirklichen. Doch bis zum Bau sei es ein weiter und nicht immer einfacher Weg gewesen, wie auch Vestenbergsgreuths Bürgermeister Helmut Lottes berichtete. Mittlerweile hätten die meisten mit den Anlagen ihren Frieden geschlossen. Und er spendete noch einiges an Lob für Brehm: Trotz seiner Tätigkeit als Gemeinderat habe er sein Amt nie für die Windkraftanlagen missbraucht.

Brehm betonte die Wichtigkeit solcher Projekte und der erneuerbaren Energie im Allgemeinen. Der Erhalt des Klimas müsse zu einem Umdenken führen, immerhin trage man für den Erhalt des Planeten Verantwortung. Auch einen Appell an die Politik aller Ebenen hatte Brehm: Man müsse die Bevölkerung bei der Energiewende mitnehmen. Es sei eine "langfristige Hilfe für Menschen und unsere Umwelt". 

MAX DANHAUSER

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