Montag, 10.12.2018

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Handball: Überraschungscoup beim Tabellenzweiten

3. Bundesliga Ost: TSH-Frauen gewinnen mit 29:25 in Mainz-Bretzenheim - 02.12.2018 18:10 Uhr

Laura Wedrich war mit elf Treffern die Topscorerin der TSH-Frauen. © Foto: Giulia Iannicelli


Zunächst waren es die Hausherrinnen, die über Katharina Mack und Kreisläuferin Michelle Chwalek mit 2:0 in Führung gingen. Gerade das Spiel über den Kreis, der immer wieder die Abwehrspielerinnen auf den Halbpositionen hinterlief, bereitete den Fränkinnen Schwierigkeiten.

Dennoch war es am Ende die Herzogenauracher Defensive, die im Laufe des Spiels Höchstleistungen vollbrachte. Besonders der Innenblock um Nina Bestle und Kristin Lang arbeitete unermüdlich und kaufte den Bretzenheimer Rückraumspielerinnen den Schneid ab. Lang, die aufgrund der Erkrankung von Julia Drachsler am Kreis momentan auf sich alleine gestellt ist, zeigte auch im Angriff eine starke Partie. Nach dem anfänglichen 0:2-Rückstand war es die 21-Jährige, die zunächst einen Siebenmeter herausholte, den Laura Wedrich verwandelte. Dann netzte sie nach herrlichem Anspiel von Nina Bestle, die zuvor den Ausgleich erzielte, selbst zur 3:2-Führung ein.

Im Laufe der ersten Halbzeit wechselte die Führung nur noch einmal auf die Seite des Gastgebers. Die Turnerschaft spielte ihre Angriffe diszipliniert aus und ließ sich auch bei angezeigtem passivem Spiel nicht aus der Ruhe bringen. Eine knappe, aber verdiente 14:13-Führung nahmen die Gäste mit in die Pause.

Die zweite Halbzeit gestaltete sich zunächst erneut spannend. Zweimal konnten die Mainzer zum 15:15 und zum 16:16 ausgleichen, ehe Laura Wedrich mit einem Doppelpack einen 4:0-Lauf der TSH einläutete. Tanja Küffner war es, die im Gegenstoß ihr Team mit 20:16 in Führung warf. Dass Küffner eine starke Leistung zeigte, war an diesem Tag umso wichtiger, da mit der kurzfristig erkrankten Saskia Probst die Alternative auf der rechten Außenbahn fehlte.

Erneut war der mannschaftlich geschlossene Auftritt der Schlüssel zum Erfolg: "Es hat wahnsinnig Spaß gemacht zusammen zu spielen, jeder hat sich für jeden gefreut. Heute haben wir in den entscheidenden Phasen die richtige Entscheidung getroffen", so Regisseurin Nina Bestle nach dem Spiel, die dabei auch das Trainerduo mit in ihr Lob einschloss.

Mitte der zweiten Halbzeit war es vor allem Torhüterin Juliane Gerling, die den Sieg mit ihren Paraden festhielt. Beim Stand von 17:20 parierte sie gleich dreimal in Folge, unter anderem einen Gegenstoß, und konnte so verhindern, dass die Gastgeberinnen zurück ins Spiel finden.

Zehn Minuten vor Spielende warfen die Mainzerinnen alles in die Waagschale und nahmen die beiden Halbspielerinnen in Pressdeckung. Nun war es Laura Brockschmidt, die Verantwortung übernahm und die gegnerische Abwehr so in Bewegung brachte, dass sie entweder selbst zum Wurf kam oder ihre Mitspielerinnen in Szene setzen konnte. Bretzenheim wollte im Angriff nun nichts mehr gelingen und so konnte sich Herzogenaurach eine komfortable Sieben-Tore-Führung herausspielen und das Spiel am Ende mit 25:29 für sich entscheiden.

Das Trainerteam René Friedrich und Steffi Mittasch war nach dem Spiel mehr als zufrieden: "Unsere Abwehr war der Schlüssel zum Erfolg. So konnten wir Bretzenheim konstant unter Druck setzen und selbst im Angriff die entscheidenden Akzente setzen."

Wie auch der deutschen Nationalmannschaft gegen Norwegen einige Stunden zuvor, ist den Herzogenauracherinnen ein überraschender, aber durchaus wichtiger Sieg gelungen. Zurück auf der Siegerstraße gilt es nun den Schwung in den Endspurt der Hinrunde mitzunehmen.

TSH: Gerling, Ebersberger (bei zwei 7m); Heckel (n.e.), Stephan 1, Wedrich 11/5, Bestle 2, Brockschmidt 3, Schneidereit 2, Lang 3, Theobald, Küffner 4, Neumann 3. 

LENA MERGNER

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