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Sonntag, 20.01.2019

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Im zweiten Bundesligajahr "angekommen"

Sichtbare Fortschritte bei den Drittligahandballerinnen der TSH — Noch stärker mit zwei Rückkehrerinnen? - 01.01.2019 16:56 Uhr

Der neue Trainer René Friedrich scheint den Ton zu treffen. Gebannt hängen die Spielerinnen an seinen Lippen. © Foto: Stefan Hippel


Hatte man am Ende der letztjährigen Vorrunde in der – zugegeben ausgeglicheneren – 3. Liga Süd einen Punktestand von 9:13 erreicht, langte es heuer immerhin schon zu 12:10 Zählern. Dabei war die TSH am Ende der Runde 2017/18 eigentlich abgestiegen, nach zwei Relegationsrunden ergriff sie den letzten Strohhalm, worüber man sich heute freuen dürfte.

Mit der gewonnenen Erfahrung, den neuen Trainern René Friedrich und Steffi Mittasch sowie den Verstärkungen Laura Brockschmidt und Julia Drachsler gelang es sofort, in der neuen Umgebung Fuß zu fassen, gerade auswärts zeigten die Herzogenauracherinnen eindrucksvolle Leistungen und können mit dem bisherigen Verlauf durchaus zufrieden sein.

Natürlich sehen dies Trainer meist kritischer, wurde bei realistischer Betrachtung wohl auch der eine oder andere Punkt liegen gelassen, doch in der Summe verschaffte sich die TSH eine sehr gute Ausgangsposition für die Rückrunde. Erfreulich auch die Atmosphäre bei den Heimspielen mit dem absoluten Höhepunkt gegen Leipzig vor über 600 begeisterten Zuschauern – Spitzenhandball wird angenommen in Herzogenaurach.

Mit Blick auf die restliche Runde gilt es primär jene technischen Fehler zu minimieren, mit denen man sich nicht selten um den verdienten Lohn bringt und die in Anbetracht der ansonsten beachtlichen Fertigkeiten des Team vermeidbar erscheinen.

Jana Lichtscheidel (Mitte), in der Saison 2017/18 eine der Besten, will bald wieder eingreifen. © Foto: Helmut Hollfelder


Problematisch ist auch, dass die TSH seit dem Karriereende von Alexa Dodan auf der rechten Rückraumposition keine Linkshänderin als Pendant zu Laura Brockschmidt und Laura Wedrich im linken Rückraum aufbieten kann, was die taktische Ausrichtung im Angriff limitiert. Lisa Neumann, die als Rechtshänderin diese eher ungeliebte Position meistens innehat, müht sich redlich und ist dank ihrer Dynamik auch immer wieder zählbar erfolgreich. Dies jedoch fast ausschließlich mit Durchbrüchen gegen die Wurfhand und somit in Richtung Spielfeldmitte, was zumindest Top-Gegnern wie zuletzt dem HC Leipzig die Abwehrarbeit erleichtert und auch die beiden Rechtsaußen Tanja Küffner oder Saskia Probst etwas vom Angriffsfluss ausgrenzt.

Vielleicht kann hier Jana Lichtscheidel, nach monatelanger Pause aufgrund eines Kreuzbandrisses außer Gefecht, zumindest mittelfristig etwas für Abhilfe sorgen. Das Training hat die dynamische Teamplayerin bereits wieder aufgenommen, sehr zur Freude ihrer Trainer und Mannschaftskameradinnen, die auch auf die Rückkehr von Neuzugang Julia Drachsler hoffen, die etliche Wochen krankheitsbedingt zuschauen muss, nachdem sie zuvor gerade so richtig in ihrem neuen Team angekommen war. Mit ihrer Körpergröße und einem bemerkenswerten Spielverständnis wäre sie sowohl im Deckungszentrum als auch im Angriff am Kreis eine große Verstärkung.

Sehr hilfreich war es, dass die beiden Trainer in den bisherigen Begegnungen allen Spielerinnen viel Spielzeit ermöglichten, was dem Team-Spirit enorm dienlich ist. Nun gilt es die Akkus aufzutanken und kleine Leistungstiefs auszumerzen.

Das Fazit von Chefcoach René Friedrich fällt erfreulich aus: "Ich bin insgesamt durchaus zufrieden. Vielleicht hätten wir mit kompletter Besetzung ein, zwei Spiele zusätzlich gewinnen können, doch wir sind auf einem guten Weg. Bleiben wir von neuerlichen personellen Ausfällen verschont und können Jana Lichtscheidel und Julia Drachsler zeitnah eingreifen, werden wir die Rückrunde noch erfolgreicher gestalten. Dabei ist eine solch stimmungsvolle Atmosphäre in eigener Halle wie zuletzt gegen Leipzig natürlich sehr hilfreich."

Abteilungsleiterin Christine Odemer meint, dass "die Mannschaft heuer fast besser aufgestellt ist als im letzten Jahr. Das bisherige Abschneiden und die Anerkennung durch andere Mannschaften zeigt, dass sie angekommen ist – auch weil das Trainerteam eine super Arbeit macht. Und die gute Stimmung in der Halle kommt letztlich der ganzen Abteilung zugute". 

VOLKER SCHNELLER

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