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Sonntag, 23.09.2018

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Kostenexplosion bei Sanierung der Hannberger Schule

Im schlimmsten Fall droht eine Überschreitung der Kosten um 22,8 Prozent - 01.04.2018 06:00 Uhr

Streit um die Sanierung der Hannberger Grundschule: Es gibt mittlerweile ein paar Gemeinderäte, die tatsächlich über einen Stopp des jetzigen Projektes nachdenken und die Neubauvariante bevorzugen würden. © Ralf Rödel


Zuvor aber herrschte dann doch noch Einigkeit: Die Sanierung der Grundschule wird langsam richtig teuer. Aktuell werden sich die Kosten nach Hochrechnung der bisherigen Ausschreibungsergebnisse auf gut 11,437 Millionen Euro belaufen (wir berichteten). Hinzu kommen allerdings noch mal voraussichtlich 530 000 Euro für die Außenanlagen einschließlich der Erneuerung des Parkplatzes.

"Worst-Case-Szenario"

Der derzeitige Kostenstand überschreite die ursprünglich angenommene Summe um 13,6 Prozent, erläuterte Architekt Mario Bodem. Er hatte auf Wunsch des Gremiums aus der letzten Sitzung ein "Worst-Case-Szenario" erstellt, also nach derzeitigem Stand auch die wohl maximalen Kosten dargestellt. Wenn es schlecht läuft, könnte man insgesamt zu einer Überschreitung von 22,8 Prozent kommen, wie der Experte mitteilte. Die entspräche dann einer Summe von rund 13 Millionen Euro.

Im günstigsten Fall wird man die Summe um 5,9 Prozent überschreiten und somit etwas über der 10-Millionen-Grenze enden.

Natürlich mussten einige Räte bei dieser Summe schlucken, denn immerhin plante man anfangs das Vorhaben mal mit sieben Millionen Euro, vor gut einem Jahr lag man bei 10 Millionen Euro.

Entweder oder

Zwei Möglichkeiten habe die Gemeinde nun, schilderte Architekt Bodem, entweder man nehme diese Kosten auf sich oder man setze das Projekt aus.

Das aber könnte weitreichende Folgen haben. Selbst wenn man nun die Ausschreibungen nicht weiter fortführt und erst zu einem späteren Zeitpunkt ausschreibt, könnten die Kosten natürlich noch genauso hoch sein oder gar höher. Mit mindestens einem Jahr Verzögerung rechnet Bodem in diesem Fall.

Doch der derzeitige Kostenstand von gut 11,5 Millionen ist nach Ansicht von Bodem trotz bisheriger Auswüchse nach oben recht realistisch. Jetzt habe man ein "höheres Maß an Kostensicherheit im Vergleich zum Projektbeginn", so der Architekt.

Anja Willert (Bürgerblock) wies außerdem daraufhin, dass sich der Schulbetrieb schon auf die Sanierung eingestellt habe. Ein schnelles Vorankommen sei daher erstrebenswert.

Auch die Prüfung von Alternativen, schätze Bodem, werde sich auf bis zu zwei Jahre belaufen. Zeit, die dem Projekt und der Schule verloren gehen würde. So fragten nämlich auch einige Räte nach, ob der Wabenbau wie geplant saniert werden könne, der Altbau abgerissen und kleiner neu gebaut werden könne. Eine Konzeptveränderung hielt Bodem zwar für möglich, würde aber ein knappes Jahr Verzögerung mit sich bringen.

Der Gemeinderat betonte aber, dass alle einen guten Job gemacht hätten, für die Kostensteigerung seien die Planer nicht verantwortlich. Man lobte die Zahlenaufbearbeitungen und die Transparenz.

Sondersitzung Mitte April

Deutlich wurde aber auch: Es gibt ein paar Räte, die tatsächlich über einen Stopp des jetzigen Projektes nachdenken und die Neubauvariante bevorzugen würden. Mehrheitlich will man aber am bisherigen Projekt festhalten. Wie genau es da weitergeht, auch im Hinblick auf die Finanzierung, soll eine Sondersitzung Mitte April abklären. Würde das Projekt tatsächlich gestoppt werden, wären rund 1,4 Millionen Euro (70 Prozent der Baunebenkosten) weg, schilderte Bodem.

Keine Beschlussfassung

In der Kritik stand wieder einmal die Verwaltung. Denn: In der Sitzungsladung hieß es unter Top 7, dass es eine Beschlussfassung zur Finanzierung dieser Baumaßnahme geben solle. Dies war aber nicht der Fall, denn ein Finanzierungsplan sei so kurzfristig nicht zu erstellen gewesen, hieß es seitens der Verwaltung.

Da wiesen aber einige Gremiumsmitglieder deutlich auf die Wichtigkeit einer zügigen Klärung hin, immerhin gehe die Gemeinde aktuell auch noch andere Projekte an.

Doch eines befürchteten alle: Die Finanzierung dieser großen Summe könnte für Heßdorf schwierig werden.

Denn auch das neue Gerätehaus der Heßdorfer Feuerwehr erfuhr einen preislichen Schub nach oben. Wie ursprünglich angedacht, rechnet man aktuell nicht mehr mit 1,7 Millionen Euro Kosten, sondern aktuell mit rund zwei Millionen. Grund sind diverse bauliche Veränderungen, die zwingend notwendig waren. Der Baubeginn liegt nach derzeitigem Planungsstand heuer im August. 

MAX DANHAUSER

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