Montag, 19.11.2018

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Murk in Wachenroth sieht sich "voll auf Kurs"

Nach wirtschaftlicher Durststrecke bei der Modemarke Mens Fashion blickt man mit Zuversicht in die Zukunft - 13.08.2018 18:01 Uhr

Ein Großabnehmer brach weg, dazu erhöhte Produktionskosten in Rumänien – genug Stoff für Gerüchte. Die Familie Murk (links Patrick Murk) und Interim-Manager Dirk Lange betonen: Die Firma ist auf dem richtigen Weg. © Foto: Edgar Pfrogner


Es hat in den vergangenen Monaten Gerüchte gegeben. Dass nämlich das traditionsreiche Familienunternehmen kurz vor der Insolvenz stünde. "Da ist nichts dran", betonte Patrick Murk (28), einer von der jungen Murk-Generation, die das Unternehmen später einmal führen soll.

Wilde Gerüchte

Doch weil Gerüchte hartnäckig sind, hatte sich das Unternehmen entschlossen, nach einer Betriebsversammlung in der vergangenen Woche nun bei einem Pressegespräch darüber zu informieren, was Stand der Dinge ist. Und um weiteren Missverständnissen zuvor zu kommen.

"Mens Fashion hatte in der Tat im vergangenen Jahr große wirtschaftliche Probleme", räumt Dirk Lange ein. Lange ist erfahrener Unternehmenssanierer und wirkt derzeit als Interim-Manager mit. Die Wachenrother hatten 2015 einen Rückschlag hinnehmen müssen. Ein großer Kunde war verlorengegangen. Die Folge: Der Umsatz bei Mens Fashion sank von 26 Millionen Euro (2015) auf 21 Millionen (2017).

Rückschlag in Rumänien

Doch damit nicht genug. Auch auf Produktionsseite setzte es eine Breitseite. In Rumänien, wo Murk hauptsächlich herstellen ließ, wurden die Löhne auf staatliche Anordnung deutlich erhöht. Das schlug auf der Kostenseite voll durch.

Beides zusammen führte dazu, dass 2015 und 2016 kaum Gewinn erzielt wurde, 2017 sogar ein hoher Verlust zu beklagen war.

In dieser Situation bekam die Familie Murk Unterstützung von Dirk Lange. Die Lieferketten wurden genau analysiert und verbessert, von der Stoffbeschaffung in Asien bis hin zur Produktion. Die wurde mittlerweile zu einem großen Teil von Rumänien nach Albanien verlegt. Mit zusätzlichem Personal wird dafür gesorgt, dass die Liefer- und Produktionsketten immer wieder optimiert werden.

Die Murk-Geschäftsführung ist sich sicher: "Wir sind voll auf Kurs." Vielleicht, so mutmaßt Lange, sei eine kleiner wirtschaftlicher Rückschlag sogar gut für ein Unternehmen, das jahrzehntelang erfolgreich und solide gearbeitet hat. "Das birgt nämlich bei allen Firmen die Gefahr, etwas träge zu werden."

Lob an Mitarbeiter

Dirk Lange lobt insbesondere die rund 70 Mitarbeiter bei Mens Fashion. "Anfangs waren sie möglicherweise skeptisch, aber jetzt ziehen sie voll mit und bringen selbst Ideen ein", ist Lange begeistert.

Mens Fashion von Murk produziert jährlich rund 500 000 Hosen und 200 000 Sakkos, die unter dem Namen Luigi Morini vertrieben werden. Rund die Hälfte davon werden in Deutschland verkauft, die andere Hälfte in Ländern wie Frankreich, Österreich, Italien und Griechenland. Bei dem Pressegespräch wurde betont, dass sich die wirtschaftlichen Probleme, die man zunehmend in Griff bekommen will, nicht auf das große Bekleidungshaus in Wachenroth beziehen. Mens Fashion und Bekleidungshaus sind Unternehmen der Murk-Gruppe, aber wirtschaftlich getrennt. Reinhold Murk leitet überwiegend die Geschäfte bei Mens Fashion, Johannes und Georg Murk verantworten die Geschicke des Bekleidungshauses.  

MATTHIAS KRONAU

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