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Samstag, 15.12.2018

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Nach Ammoniak-Alarm: Eis ist wieder frei

Auch die Höchstadt Alligators können am Freitag in ihrem Stadion spielen - 05.12.2018 17:14 Uhr

Mehrere Feuerwehren aus der ganzen Region, hier die Werksfeuerwehr Schaeffler, waren am Montag am Kieferndorfer Weg im Einsatz. © Foto: Roland Huber


Kann das Heimspiel der Höchstadt Alligators am kommenden Freitag stattfinden? Definitiv ja. "Der Eisbetrieb läuft seit Dienstag gegen 15 Uhr wieder", sagt Hans-Peter Philipp, Leiter des Höchstadter Sportzentrums.

Gibt es schon genauere Informationen zur Ursache? Noch nicht. Sicher scheint laut der Kreisbrandinspektion nur, dass es sich um einen technischen Defekt gehandelt hat. "Wir bekommen noch Unterlagen von der Fachfirma", sagt Philipp, erst dann lasse sich Genaueres sagen. Auch die Höhe des entstandenen Schadens sei noch nicht abschätzbar.

Sind die Arbeiten rund um den Ammoniak-Austritt beendet? Nur vorerst. Der Einsatz der Feuerwehr war schon am Tag des Ammoniak-Alarms nach etwa sechs Stunden abgeschlossen, danach werkelte bis Dienstag noch die Fachfirma an der Kältemaschine. An der seien noch weitere Arbeiten notwendig, kündigt Philipp an. Der laufende Betrieb sei dadurch aber nicht in Gefahr.

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Aufregung in Höchstadt: Ammoniak im Eisstadion ausgetreten

Ein Ammoniak-Alarm im Höchstadter Eisstadion hat am Montag rund 70 Einsatzkräfte der Feuerwehr auf den Plan gerufen. Das gefährliche Gas war aus einem 5000-Liter-Tank ausgetreten. Nur mit speziellen Schutzanzügen durften die Einsatzkräfte den Unglücksort betreten. Verletzt wurde laut Polizeiangaben niemand.


Warum kann Ammoniak so gefährlich werden? Das als Kältemittel eigentlich flüssige Ammoniak verwandelt sich bei Kontakt mit der Luft in Gas.Sowohl in flüssiger als auch in Gas-Form wirkt es reizend und ätzend auf die Haut, bzw. auf die Schleimhäute.Wird es in hoher Konzentration eingeatmet, kann es zu Lebensgefahr führen.Grundsätzlich handelt es sich bei Ammoniak aber um ein natürliches Kältemittel, dass sowohl ökologisch als auch ökonomisch als sinnvoll gilt.

Warum konnten die Einsatzkräfte jeweils nur 20 Minuten an der Gefahrenstelle arbeiten? Das liege an der Beschaffenheit der Chemikalien-Schutzanzüge, erklärt Sebastian Weber, Pressesprecher der Kreisbrandinspektion Erlangen-Höchstadt: "Mit dem Ammoniak an sich hat das nichts zu tun." Weil die Anzüge schwer sind, ist die körperliche Belastung, darin zu arbeiten, sehr hoch. Zudem reicht der Sauerstoff in den entsprechenden Flaschen nur für knapp 20 Minuten. Weil jede Feuerwehr im Kreis nur über etwa zwei bis vier Anzüge verfügt, mussten laufend Einsatzkräfte nachrücken. Feuerwehren aus Höchstadt, Herzogenaurach, Hammerbach, Adelsdorf, Uehlfeld, Neuhaus sowie das THW aus Baiersdorf und Gefahrguteinheiten der Werkfeuerwehr Schaeffler kamen zur Eishalle. Rund 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz, etwa 16 davon im Chemikalien-Schutzanzug.


Ammoniak-Alarm: Großeinsatz am Eisstadion Höchstadt


Warum kamen auch Wasserwerfer zum Einsatz? Mit Hilfe des Wassers kann die Verbreitung der Ammoniak-Dämpfe in der Luft eingedämmt werden. Denn Wasser und Gas verbinden sich dann zu einer Lauge, die bis zu einem gewissen ph-Wert unbedenklich für das Grundwasser sei, so Weber. "Der Wert wurde bei dem Einsatz laufend gemessen", sagt er. Weil es rund um das Eisstadion keine Wohnbebauung gibt, habe für die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden. 

Alexander Pfaehler E-Mail

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