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Streit gewaltfrei lösen

Neun Coolrider wachen über Sicherheit im Schulbus - 27.02.2014 09:00 Uhr

Drei Mädchen, sechs Jungs, alle zwischen 13 und 14 Jahren alt, haben sich am Gymnasium Höchstadt zu Coolridern ausbilden lassen. Wenn sie mit dem Schulbus unterwegs sind, schauen sie, dass niemand geärgert wird. © Maria Däumler


Solche blöden Situationen im Schulbus waren für die Gymnasiastin der Grund, warum sie sich für die Ausbildung zum Coolrider, das sind Streitschlichter, gemeldet hat. Zusammen mit acht Mitschülerinnen und -schülern hat sie eine rund 20-stündige Ausbildung gemacht, sie hat gelernt, bei Auseinandersetzungen hinzuschauen, sich einzumischen.

Mit Rollenspielen wurde trainiert, wie man mit den richtigen Worten, dem richtigen Ton Konflikte gewaltfrei lösen kann. Auch Linyum Zhang ist jetzt Coolrider. Sie ist täglich im Bus von Gremsdorf nach Höchstadt unterwegs. „Da ist es manchmal ziemlich laut, das stört viele. Da ist es gut, wenn jemand für Ruhe sorgt“, sagt die Achtklässlerin.

Insgesamt neun frischgebackene Coolrider haben gestern im Gymnasium Höchstadt ihre Urkunden erhalten. Schulleiter Bernhard Lohneiß freute sich, dass neun Jugendliche den Kurs absolviert haben. „Das erhöht die Sicherheit in den Schulbussen“, sagte er. „Durch die Ausbildung habt ihr auch fürs Leben gelernt.“ Ausbilderin Michaela Rosenthal von der Polizei lobte die Jugendlichen: „Ich finde es gut, dass es junge Leute gibt, die anderen helfen.“

„Ihr zeigt Solidarität und Courage, das verlangt mir sehr viel Respekt ab“, würdigte Landrat Eberhard Irlinger das Engagement der Schülerinnen und Schüler. Das Projekt Coolrider, das es schon seit 2002 im Landkreis Erlangen-Höchstadt an verschiedenen Schulen gibt, sei eine tolle Sache, findet Irlinger.

Stolz auf Jugendliche

Damit würden die Fahrten in den Schulbussen nicht nur sicherer, damit werde auch Schaden vermieden, zählte der Landrat einen weiteren Vorteil der Aktion auf. Bürgermeister Gerald Brehm schloss sich den lobenden Worten an und sagte: „Wir sind stolz auf euch.“

Die Schirmherrin der Coolrider-Aktion, Andrea Leißner, dankte den Trainern Claudia Schirmer und Heinz Gerstner, beide VGN, den beteiligten Polizeibeamten und Lehrerin Petra Arnold, Sicherheitsbeauftragte am Gymnasium, die die Ausbildung an der Schule organisiert hat. „Alles hat super geklappt“, so Leißner.

Sogar der „Urvater“ der Coolrider, Axel Ernst, war zur kleinen Feier gekommen: 2002 habe man mit acht Coolridern begonnen, inzwischen gebe es über 3000 zu Fahrbegleitern ausgebildete Schüler in ganz Nordbayern. „Da sind wir stolz drauf.“ Schließlich überreichte Landrat Irlinger die Urkunden zusammen mit Schokolade an die neun Coolrider: Gabriel Webner, Christoph Herla, Leander Schmid, Johanna Walter, Linyum Zhang, Jannik Dietz, Johannes Langer, Alexander Mattich und Ella Neunreither werden ab sofort in den Schulbussen genau hinschauen, wenn Mitschüler geärgert werden. 

MARIA DÄUMLER

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