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Montag, 24.09.2018

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TS-Mehrkämpfer: Aufgeben kam nicht infrage

Herzogenauracher Leichtathleten erleben unglückliche deutsche Meisterschaften - 29.08.2018 07:02 Uhr

Gute Miene angesichts eines unglücklich verlaufenen Wettkampfes in Wesel: André Zahl (links), Trainer Peter Müller und Marius Laib von der TS Herzogenaurach. © Foto: Müller/pr


Es lief für keinen der wenigen bayerischen Athleten besonders gut: Mario Sauer vom MTV Ingolstadt kam bei den Mehrkampf-Meisterschaften in Wesel auf den undankbaren vierten Rang, André Zahl von der Turnerschaft Herzogenaurach schrammte als Elfter knapp an den Top Ten vorbei, Noah Kollhuber vom TSV Gräfelfing fabrizierte einen Salto Nullo – also einen dreifachen Fehlversuch – im Stabhochsprung und landete deshalb am Ende des Feldes.

Und Marius Laib von der TSH, der so gut in Form war, musste gar nach einer Verletzung im Oberschenkelbeuger bereits nach der ersten Disziplin, dem 100-Meter-Sprint, den Wettkampf abbrechen. Eine ganz bittere Erfahrung für ihn, aber auch seinen Trainer, mit dem er quasi das ganze vergangene Jahr auf diesen Wettkampfhöhepunkt hingearbeitet hat.

"Ich fühlte mich noch nie so gut auf einen Zehnkampf vorbereitet und dachte, ich sei absolut fit", meinte André Zahl, der wie sein Trainer Peter Müller vergeblich nach den Gründen suchte, weshalb er in sechs der zehn Disziplinen weit unter seinen Möglichkeiten blieb. Nach starkem Start im 100-Meter-Sprint lief er ab 50 Meter völlig verspannt und kam nach 11,80 Sekunden ins Ziel. Im Weitsprung zeigte er drei Versuche mit gutem Anlauf, jedoch mit zu viel Oberkörpervorlage, weshalb er bei der Landung die Beine nicht nach vorne bringen konnte. Mit 6,25 Metern büßte er 40 Zentimeter ein.

Im Kugelstoßen gelang ihm mit 11,13 Metern eine persönliche Bestleistung. Die Hoffnung, dass es danach aufwärts gehen würde, wurde im Hochsprung allerdings gleich wieder zunichte gemacht. Denn nach einem sehr guten Versuch über 1,73 Meter, wo er sprichwörtlich ein Haus über die Latte baute – sprich: sie locker übersprang –, fehlte über 1,76 Meter jegliche Dynamik und Anlaufrhythmus, sodass er dreimal scheiterte.

Die Kollegen bauen auf

Bei nasskalter Witterung absolvierte er die den ersten Tag abschließende Stadionrunde in sehr ordentlichen 52,08 Sekunden. Nach psychologischer Aufbauarbeit durch seinen Trainer und seinem Teamkollegen Laib ging er am Sonntagmorgen neu motiviert an den Start. Mit 15,42 Sekunden über die 110 Meter Hürden blieb er zwar etwas unter seinen Möglichkeiten, machte aber gegenüber der Konkurrenz trotzdem Punkte gut. Beim Diskus zeigte er zwei gute Würfe auf etwa 38 Meter im Einwerfen, kam aber im Wettkampf nur auf 30,80 Meter.

Und auch im Stabhochsprung, wo er 4,20 Meter in die Wertung brachte, fand er nicht richtig in den Wettkampf und blieb deutlich unter seinen Trainingsleistungen.

Starke Mentalität

Am liebsten wäre Zahl gleich nach Hause gefahren. Aber Aufgeben ist im Mehrkampf keine Option. Und der TS-Athlet tat gut daran, trotz der Rückschläge weiterzumachen.

Gute 47,52 Meter im Speerwerfen und starke 4:28,08 Minuten über die abschließenden 1500 Meter, die ebenso neue Bestleistung bedeuteten, bescherten Zahl ihm trotzdem noch ordentliche 6437 Punkte und Platz elf. Vor allem aber zeugen sie zumindest von einer hervorragenden Mentalität.  

pm

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