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Viele Wege führen zum Erfolg

Unterschiedliche Mehrkämpfer-Typen bei der bayerischen Meisterschaft - 25.06.2012 15:30 Uhr

Die Kraft ist sein Trumpf: Nico Kaufmair beim Diskuswurf.

Die Kraft ist sein Trumpf: Nico Kaufmair beim Diskuswurf. © Roland Huber


Man nehme nur einmal zwei Lokalmatadoren des Jahrgangs 1997: Hier Nico Kaufmair, ein Koloss von einem Kerl. Kugel, Diskus und Speer schleudert er mit Urgewalt heraus, im Sprinten und Springen hat er sich verbessert – aber lange Strecken laufen sind absolut nicht sein Ding.

Sein Gegenstück: Thomas Krome, ein regelrechtes „Handtuch“. Ein Springfloh, wie er im Buche steht. Auch über die Hürden flitzt er leichtfüßig. Aber leider muss er auch die Wurfgeräte in die Hand nehmen. Da fehlt ihm zum einen naturgemäß die Kraft, zum anderen auch das Talent. „Das hat er von mir geerbt“, hat sein Vater dem TSH-Cheftrainer Peter Müller verraten.

Letzterer notierte am Ende, dass seine beiden unterschiedlichen „Typen“ am Ende fast die gleiche Punktzahl gesammelt hatten. Kaufmair landete bei 4672 Zählern, Krome bei 4638. Beide verpassten haarscharf die Bronzemedaille, ganz vorne landeten die Allrounder, die ausgeglichener punkteten als die Herzogenauracher.

Kaufmair hätte für Bronze „nur“ zwei Sekunden schneller über 1000 Meter laufen müssen. Hinterher sagte er seinem Trainer, das hätte er leicht geschafft, wenn er es gewusst hätte. Aber wie gesagt: Lange Läufe mag er nicht. Die Medaille hätte er wohl auch mit seinem besten Speerwurf auf rund 45 Meter sicher gehabt – aber den trat er um Zentimeter über.

„Dennoch war es ein großartiger Wettkampf von Nico“, lobte Müller. Der besteht darauf, dass seine Nachwuchsleute allesamt zunächst in allen Disziplinen ausgebildet werden und sich erst später spezialisieren sollen. Kaufmair wird sicher hauptsächlich im Werferlager zu finden sein – und gilt in seiner derzeitigen guten Verfassung als Medaillenkandidat in allen drei Disziplinen bei der bayerischen Einzelmeisterschaft in drei Wochen. Vor allem die neue persönliche Bestleistung im Kugelstoßen (14,45 Meter) deutet auf exzellente Kraftwerte hin.

Ebenso ist für Müller ausgemacht, dass Thomas Krome später bei den Springern für Furore sorgen wird. Mit für ihn nicht einmal herausragenden 6,06 Metern dominierte er bei den Mehrkämpfern und wird bei der „Bayerischen“ außerdem im Dreisprung, Hürdensprint und über die 100 Meter antreten.

Mit diesen beiden und Marc Hoseus, der nach einem Ausflug zum Fußball wieder zur Leichtathletik zurückgekehrt ist, und Siebter wurde, holte die Mannschaft der TSH hinter der LG Stadtwerke München Silber. Bastian Dittrich als Zwölfter und der angeschlagene Falk Töpperwien als 13. unterstrichen, dass der 97er Jahrgang ein guter bei der TSH ist.

„Danach wird es etwas dünner“, gesteht Müller. Von den 98ern startete nur der kleingewachsene Niklas Wiesener, der sich als Letzter qualifiziert hatte, im Block Sprint/Sprung, steigerte sich aber um rund 200 Punkte und wurde vom Trainer für seinen Kampfgeist gelobt.

Bei den Mädchen hat Herzogenaurach in diesen Jahrgängen nur eine zu bieten: Isabel Kraus hätte nach einem tollen ersten Tag mit Bestleistungen im Kugelstoßen und 100m-Lauf sogar in den Medaillenkampf eingreifen können, aber ausgerechnet in ihrer Paradedisziplin Weitsprung spielten die Nerven nicht mit. Nach zwei ungültigen Sprüngen sollte sie laut Müller zwar noch einmal alles riskieren, sprang aber dann weit vor dem Balken ab und wurde in der Addition Siebte.

Der TSV Höchstadt war zwar mit einer Athletin im Block Wurf gemeldet, aber Alina Mönius konnte nicht antreten: Sie hatte sich beim Schulsport am Knöchel verletzt, konnte zuletzt nur Krafttraining machen und feilt jetzt am Comeback. 

VON HOLGER PETER

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