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Montag, 19.11.2018

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Wenn der BMX-Meister beim Fahrradkauf berät

Michael Hösch eröffnet einen Laden in Niederndorf - 15.01.2018 06:00 Uhr

Michael Hösch präsentiert eins seiner Modelle im eigenen Fahrradladen in Niederndorf. Dort setzt er vor allem auf fachkundige Reparatur und Wartung, wie er betont. Foto: Horst Linke


Hausieren geht der im März 1977 geborene Hösch mit seiner Vergangenheit im BMX-Sport nicht. Obwohl er auf seine Titel – Bayerische und Deutsche Meisterschaft, Europameisterschaft plus Vizetitel in manchen Jahren – durchaus stolz sein kann. Das Pfund, mit dem Hösch in seinem am 2. Januar gestarteten Laden wuchert, ist nicht der sportliche Lorbeer vergangener Zeiten, sondern seine Fähigkeiten als Mechaniker. Denn aus seiner Sicht ist es häufig das Fehlen fundierter Service-Leistungen, an dem es in modernen Fahrradläden krankt: "Tolle Räder kann jeder anbieten", meint Hösch. Bei der fachkundigen Reparatur und Wartung würde sich dann die Spreu vom Weizen trennen.

Der Einstieg in den Profi-Radsport kam bei Michael Hösch nicht von ungefähr: Sein Vater Hans-Joachim Hösch, als Polizist und Verkehrserzieher vielen Herzogenaurachern noch gut in Erinnerung, war als Rallye-Beifahrer aktiv und holte sich 1987 mit Armin Schwarz als Pilot eines Audi Coupés sogar die deutsche Rallye-Meisterschaft. Ein Jahr später wurde Vater Hösch auch österreichischer Staatsmeister. Sechsmal war er bei der Königin des Rallye-Sports, der Rallye Monte Carlo, als Beifahrer mit von der Partie.

Goldrichtige Entscheidung

Auch Michael Hösch war zunächst im Motorsport unterwegs, fuhr Kart und nahm am ADAC-Junior-Cup teil – "das wurde im Lauf der Zeit allerdings zu teuer", erinnert er sich. Die Entscheidung für den BMX-Sport, für halsbrecherische Berg-und-Tal-Rennen auf Rädern mit winzigen Reifen erwies sich als goldrichtig: Nach sieben Meistertiteln beendete Hösch 1999 seine aktive Karriere. Auch für motorisierte Zweiräder hatte er ein Faible und war unter anderem bei Motocross-Rennen in Mühlhausen im Landkreis ERH am Start.

Höschs Wechsel in die Fitness-Studioszene wirkt folgerichtig, wenn man weiß, dass der Sportler im "richtigen Leben" bei einer Firma beschäftigt war, für die er Sprungbretter für Schwimmbäder installierte. "Da war ich teilweise rund um die Uhr unterwegs", erzählt Hösch und fügt hinzu: "Im Fitnessstudio waren die Arbeitszeiten besser."

Mit seinem Fahrradgeschäft, das in den Räumen der einstigen Schlecker-Filiale residiert, hat Michael Hösch sich nicht nur einen Traum erfüllt, er springt auch auf einen Trend auf, der nach seinen Worten zukunftsweisend ist: Mountain- beziehungsweise Trekking-Räder mit elektrischem Zusatzantrieb. "In einem oder anderthalb Jahrzehnten werden E-Bikes so gängig sein, wie es heute normale Fahrräder sind", glaubt Hösch, der in seinem Geschäft unter anderem Topmodelle der Marke "Ghost" verkauft und noch ein paar Exemplare von Sondermodellen hat, die man anderswo schon nicht mehr bekommt – ein Nebeneffekt der guten Beziehungen, die er sich als Radsport-Profi aufgebaut und im Lauf der Jahre gut gepflegt hat.

Zwar hat Michael Hösch keine Pokale herumstehen, aber an einer Längswand hängen ein BMX-Rad und ein "Downhill"-Renner, wie man ihn in den 90ern fuhr. Schleifspuren am Rahmen und abgewetzte Stollen an den groben Geländereifen künden davon, dass dieses Rad einst professionell und vor allem schnell bewegt wurde. Über 160 Stundenkilometer sei er damit gefahren, meint Michael Hösch augenzwinkernd, ehe er sich wieder einem Kunden zuwendet, der einen neuen Schlauch für sein Bike braucht. Schnelle Räder bedeuten für Michael Hösch eben immer noch sehr viel . . . 

Hans von Draminski Springer-Redaktion E-Mail

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