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Witzbolde sorgten für brechend volle Bude

Die Höchstadter Lachnacht in der Kulturfabrik soll keine Eintagsfliege bleiben - 16.11.2009

Eine Lachnummer schlechthin: Atze Bauer übernahm die Moderation.

Eine Lachnummer schlechthin: Atze Bauer übernahm die Moderation.


Der bestens bekannte Musik-Comedian Axel Bauer dürfte als «Überzeugungstäter» in die Geschichtsbücher der «Kulturfabrik» eingehen, denn von ihm stammt die Idee, Kabarett, Stand-Up und Musik-Comedy zu vermischen. Die mutigen wurden belohnt.

«Die Mutigen» sind namentlich Bernd Riehlein, Markus Prietz und Atze Bauer zusammen. Der Bürgermeister war offenbar schnell vom Konzept überzeugt. Die «Lachnacht» war geboren und die schwarz eingehüllte Bühne mit wenig Accessoires war für Claudia Bill, Mirja Regensburg, Michael Dietmayr und der in John-Travolta-Hosen gekleideten Antje Schumacher bereitet.

Moderator Atze Bauer hatte angesichts der geballten Kabarett-Comedy-Macht ein leichtes Spiel, war sowieso eine Nummer für sich, mit dem man alleine einen Lachabend hätte füllen können.

Die Dame mit ihren unverzichtbaren knallbunten Hosen kannte natürlich weder einen Karpfen, noch wusste sie mit solchen Leuten etwas anzufangen, die sich ein bauchförmiges Beton-Tier in einen Kreisel stellen. Sie gestand es gleich, sie sei keine von «diesem Land».

Singend, manchmal auch ein wenig kreischend, klopfte Antje Schumacher – man sagt sie sei die «Hofnärrin des Pops» – auf ihr überdimensionales Zupfinstrument und nahm sich nach dem «hiesigen Karpfen» gleich die «hiesige Männerwelt» vor, jene, die mit zunehmendem Alter immer mehr Ringe um die Gürtellinie bekommen.

Schonungslos hielt sie musikalische Vorträge über den Kampf mit der Schwerkraft als solches, aber auch mit den Tücken ihres BH, dessen Außenseite sie - aus welchen Gründen auch immer - lieber innen trägt.

Prompt brachte sie es sogar fertig, dass die sonst eher zurückgezogenen Franken klatschend mitsangen, so dass sie an gleicher Stelle wieder ihre unregelmäßig auftretenden «Menstruations-Schmerzen» bekam.

Da hatte es Mirja Regensburg gar nicht leicht, das Publikum wieder auf ihre Weise zu «ordnen». Die Hamburgerin aus einem sattsam bekannten «Sündenfall-Stadtteil» konnte gar nicht anders, als über das horizontale Gewerbe zu philosophieren, über Gleitmittel in diesem Zusammenhang auch. Als dann jenes Gleitmittel versagte, musste sie zum Arzt. Regensburg: «Elf Monate warte ich auf einen Termin, weil ich Kassenpatientin bin». Beifall, so als hatten die Zuhörer Mitleid und kannten diesen Zustand.

Die Kabarettistin Claudia Bill kennt man schlicht als Enkelin von Rasputin, die als gebürtige Preußin hierzulande oft am Straßenrand stehengelassen wird, wenn sie meint, sie können einen Hiesigen so einfach nach dem Weg fragen. Der Liedermacher Michael Dietmayr von der noch nicht vergessenen Kultband «Akzent» nahm seine Gitarre und stellte seinen Zeitgeist erneut in die Öffentlichkeit – gesellschaftskritisch, traurig manchmal, aber auch herzerfrischend munter.

Das «Macher-Trio» um Riehlein, Prietz und Bauer konnte sich eigentlich beruhigt zurücklehnen. Das taten die drei Herren aber nicht, sondern sie sinnierten schon über die zweite «Höchstadter Lachnacht». Vielleicht gibt’s die schon am 26. März nächsten Jahres. 

Niko Spörlein (Text und Fotos)

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