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Krämpfe rauben ihr den Schlaf

Für chronisch Kranke ist das Angewiesensein auf "Hartz IV" besonders hart - 03.12.2017 12:20 Uhr

Bibliotheken sind für Menschen mit geringem Einkommen besonders wichtig. Nürnberg führt nun Jahresgebühren ein. © F.: Michael Matejka


Die für Hartz-IV-Empfänger ermäßigte Gebühr von 7,50 Euro wird sie sich zwar noch leisten können, aber was schmerzt, ist die Häufung gerade solcher "kleiner" Ausgaben. Da sind zum Beispiel die Tickets für die U-Bahn: Einmal zur Bücherei und zurück – macht schon sechs Euro. Zu Fuß kann sie längere Wege nicht mehr bewältigen. Oft schon hat sie überlegt und gerechnet, ob sich das 31-Euro-Monatsticket für Nürnberg-Pass-Inhaber lohnen würde. "Schon, wenn da nicht die Ausschlusszeit wäre", seufzt die 50-Jährige.

Und das führt zum Kern ihrer Probleme: "Wenn ich zum Arzt muss, geht das nur, wenn ich früh gleich als Erste drankomme", sagt sie. "Dazu muss ich vor 8 Uhr da sein. Wenn ich später komme, stecke ich mich im Wartezimmer garantiert bei anderen Patienten an."

Denn Andrea W. leidet nicht nur an schwerem Rheuma und den Folgen von Bandscheibenschäden, sondern auch an Leukopenie, einem Mangel an weißen Blutkörperchen – das macht sie extrem infektionsanfällig. All das führt sie auf eine vor Jahren verschleppte und zu spät behandelte Angina zurück. Nun benötigt sie ständig immunstärkende Mittel, auch solche, die sie aus eigener Tasche bezahlen muss.

"Ich wache jede Nacht mit Krämpfen in Armen und Beinen auf und muss dann länger Gymnastik machen", erläutert die frühere Floristin. Insgesamt ist sie fünf Stunden pro Tag mit Dehnungs- und Kräftigungsübungen beschäftigt.

Wie sehr ihre Leiden und Nöte sie umtreiben, ist auch in der Wohnung unübersehbar: In den Regalen und am Couchtisch stapeln sich Bücher und Hefte zu Gesundheitsfragen, überall finden sich Tropfen und andere Medikamente. Eine Schwerbehinderung wurde ihr bescheinigt, eine Reha aber abgelehnt, weil sie nicht mehr berufstätig ist. Womöglich droht in absehbarer Zeit auch noch der Verlust ihrer Wohnung – das käme für sie einem Sturz ins Bodenlose gleich.

"Freude für alle e.V." erbittet Ihre Hilfe auf eines dieser Spendenkonten:

Sparkasse Nürnberg: DE63 7605 0101 0001 1011 11

Sparkasse Fürth: DE96 7625 0000 0000 2777 72

Sparkasse Erlangen: DE28 7635 0000 0000 0639 99

Postbank Nürnberg: DE83 7601 0085 0400 0948 54 

Für Spendenbestätigungen bitte Adresse mit angeben. Alle Spendernamen werden veröffentlicht (außer bei dem Vermerk "anonym"). 

W. HEILIG-ACHNECK

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