Dienstag, 11.12.2018

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Abstufung der B 8 gefährdet Postbaurer Umgehung nicht

Bundesstraße behält zwischen Neumarkt und Nürnberg ihren Rang - 03.03.2016 11:26 Uhr

Zwischen Neumarkt und Nürnberg bleibt die B 8 die B 8. In Postbauer können sie also weiter darauf hoffen, dass eines Tages die Umgehung kommt und der Schwerlastverkehr raus ist aus dem Ort. © Foto: Fellner


Keine „Fernverkehrswirksamkeit“, keine Bundesangelegenheit: Mit diesem Argument will der Bund jene Bundesstraßen an die Länder loswerden, die parallel zu Autobahnen verlaufen. Wäre dies der alleinige Maßstab, dann wäre die B 8 zwischen Nürnberg und Regensburg auf ihrer gesamten Länge von der Abstufung betroffen.

Soweit wird es aber nicht kommen. Denn als wichtiger „Zubringer“ nach Nürnberg wird die einstige Kaiserstraße des Heiligen Römischen Reiches bis Neumarkt ihren Status als Bundesstraße beibehalten. Erst nach der Großen Kreisstadt wird sie zur Staatsstraße degradiert. Östlich von Regensburg, bei der A3-Anschlussstelle Rosenhof, wird sie dann wieder – wie von Geisterhand – zur Bundesstraße.

Dass sich an diesen Plänen nichts geändert hat, bestätigt Josef Gilch vom Staatlichen Bauamt Regensburg den NN. Denn nicht nur die Nähe zur A3 sei ausschlaggebend, sagt der Abteilungsleiter Straßenbau für den Landkreis Neumarkt, sondern auch das Verkehrsaufkommen. Und das ist in der Umgebung von Großstädten natürlich weit höher als im ländlichen Raum. „Zwischen Neumarkt und Nürnberg ist die B8 immer gut ausgelastet“, sagt Gilch. „Südlich von Neumarkt wird es dann schon merklich weniger Verkehr.“

Während Seubersdorf wegen der Abstufung vorerst auf eine Ortsumgehung verzichten muss, darf Postbauer-Heng also weiter darauf hoffen. Weil der Ort auch nach dem 1. Juli noch an der B 8 liegt. „Da haben wir Glück gehabt“, sagt Bürgermeister Horst Kratzer. Jetzt hofft er darauf, dass die Umgehung Postbauer-Heng, die der Freistaat in Berlin angemeldet hat, auch in die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplan (BVWP) aufgenommen wird.

Vielleicht noch 2016

Denn auch hier regiert das Spardiktat. Heißt: Der Bund schaut beim BVWP verstärkt aufs Nutzen-Kosten-Verhältnis. Das Bundesverkehrsministerium will zwar andere Faktoren einbeziehen, etwa den Zeitpunkt der Aufnahme oder die Priorität. Doch die Wunschliste der kommunalen Straßenbauprojekte ist lang.

Zudem sollte der neue Bundesverkehrswegeplan schon seit 2015 vorliegen. Die Fortschreibung verzögert sich noch, nun soll er Ende 2016 beschlossen werden. Wenn alles planmäßig läuft.

Aus dem Berliner Büro des Neumarkter Bundestagsabgeordneten Alois Karl war zu erfahren, dass Verkehrsminister Dobrindt dem Bundeskabinett noch vor Ostern den Entwurf vorlegen möchte. Gibt es keine Einwände, werde der BVWP im Anschluss publik gemacht, denn dann startet die Öffentlichkeitsbeteiligung.

Das Grundkonzept für den BVWP 2015 sah für Neu- und Ausbaumaßnahmen Mittel aus dem Verkehrsetat in Höhe von rund 3,3 Milliarden Euro vor. Davon entfielen die Hälfte auf die Straße, der Rest auf Schiene und Wasser.

Autobahnprojekte werden bei Neubau und Ausbau in der Regel bevorzugt. Schon allein bei der Finanzierung: Von den 1,65 Milliarden Euro für den Verkehrsträger Straße fließen 70 Prozent in die Autobahnen. Für die Bundesstraßen bleibt somit nur noch eine knappe halbe Milliarde. Unterm Strich wird Postbauer-Heng ein Glück – und gute Fürsprecher – benötigen, damit die Umgehungsstraße zum Zuge kommt.

Aber auch Seubersdorf soll noch zu seiner Ortsumgehung kommen: Ein neues Planfeststellungsverfahren soll sie möglich machen. MdB Alois Karl macht sich dafür stark, schließlich gibt es einen entsprechenden Bürgerentscheid ebenso wie eine Gemeinderatsmehrheit, die dafür ist. 

NICOLAS DAMM

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