Mittwoch, 12.12.2018

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Appartements hinter altstadtgerechtem Giebel

Herausforderung: Schmale Grundstücke zwischen Kasten- und Klostergasse - 06.12.2018 06:00 Uhr

Die Bagger sind aktiv in der Klostergasse: Ein Haus wird abgerissen, eins bleibt stehen - und die Pläne für die Neubauten liegen parat. © André De Geare


"Mit dem Bauherrn und dem Architekten haben wir 18 Varianten durchgespielt", sagte Helmut Senft, Leiter des Bauordnungamts, der dem Bausenat das Projekt vorstellte.

Das Problem: Das Grundstück ist sehr schmal. Wie schmal sieht man erst jetzt, wo das Eckgebäude mit dem ehemaligen "Stehcafé" abgerissen ist. Zudem legt die Baustelle sich wie ein offenes U um zwei bestehende Häuser in der Klostergasse herum. Weil diese nun aber selbst schon höher sind als es der Bebauungsplan vorsieht, ergibt sich aus dieser vergangenen Bausünde für die neuen Nachbarn das Quasi-Recht, ebenfalls so hoch zu bauen.

Das Büro Berschneider hat die künftige Ansicht visualisiert: In der Klostergasse nimmt der Neubau die Höhe der Nachbargebäude auf (links). Im Erdgeschoss des Eckgebäudes ist ein Café vorgesehen (rechts). Seine Fassade ist durch altstadtgerechte Giebel gegliedert. © Bilder: Berschneider + Berschneider


Architekt Andreas Schmidt vom Büro Berschneider stellte die gefundene Lösung vor: Statt der üblichen Blockrandbebauung gibt es an der Kastengasse keine einheitliche Front, sondern "altstadtgerechte Giebel", die abgestuft vom Eckhaus her niedriger werden. Die Flucht zwischen den Giebeln hält auch den Blick frei, so dass die Nachbarn weiterhin freie Sicht auf die Johanneskirche haben.

Im Eckgebäude ist ein Café geplant und ein kleiner Laden. Außerdem sollen 18 kleine Wohnungen entstehen etwa für Studenten.

Ein Knackpunkt ist, wie immer in der Altstadt, die Anzahl der Stellplätze. Auf dem verwinkelten Grundstück lässt sich keine Tiefgarage errichten, wie sie Bauherr Dieter Recht etwa in den wenige Meter entfernten "Gerberhöfen" errichten lässt. Deshalb erfolgt der Stellplatznachweis durch Ablösung. Weil bereits früher abgelöste Stellplätze berücksichtigt werden, betrifft es unter dem Strich aber nur zwei Stellplätze.

"Dieses sehr wichtige Projekt zeigt, welche Dynamik in der Altstadt herrscht, gerade in der Klostergasse, die vor zwei Jahren von vielen noch totgesagt wurde", sagte OB Thomas Thumann.

CSU-Stadtrat Helmut Jawurek begrüßte das Vorhaben ausdrücklich, sah aber einen "kleinen Wermutstropfen". Mit dem Abriss einer alten Garage seien Stellplätze vernichtet worden, so Jawurek. Bei dieser Grundstücks-Situation hätte man nur im Erdgeschoss Stellplätze anlegen können, entgegnete Stadtbaumeister Matthias Seemann. "Und das kann in dieser Lage doch nun wirklich niemand wollen." 

HAUKE HÖPCKE

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