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Bayerns größter Bürgerwindpark in Bau

Schon über 300 Kleininvestoren haben Anteile an den sechs Stromerzeugungsanlagen gezeichnet - 24.04.2012

Das Fundament für eines der größten Windräder, die derzeit im Binnenland gebaut werden. Für den Berchinger Windpark mit sechs Einzelanlagen gab es gestern bei steifer Brise den symbolischen Spatenstich.

Das Fundament für eines der größten Windräder, die derzeit im Binnenland gebaut werden. Für den Berchinger Windpark mit sechs Einzelanlagen gab es gestern bei steifer Brise den symbolischen Spatenstich. © André De Geare


Die Regensburger Firma Windpower investiert auf der Hochfläche zwischen Winterzhofen und Wallnsdorf im Berchinger Stadtgebiet rund 42 Millionen Euro. Bauausführendes Unternehmen ist die Sengenthaler Firmengruppe Max Bögl. Ein Teil der mächtigen Fundamente steht bereits. Die sechs Turbinentürme mit einer Nabenhöhe von 143 Metern und einem Rotordurchmesser von 114 Metern sollen nacheinander in den Monaten Juli bis September in Betrieb gehen.

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Jede der Windkraftanlagen hat eine Leistung von 3,2 Megawatt und ermöglicht eine überdurchschnittliche Jahresproduktion von über acht Millionen Kilowatt/Stunden. Der Windpark kann so den Strombedarf von 40000 Bürgern decken.

Windpower wird acht Millionen Euro Eigenkapital in den Windpark stecken. Etwa 20 bis 25 Prozent wird der Oberpfälzer Windfonds zeichnen, den Windpower schon vor einigen Wochen aufgelegt hat. 320 Bürger haben sich bisher entschlossen, mit Anteilen ab 3000 Euro in das Großprojekt einzusteigen. Der Rest sind privater Großinvestoren. Außerdem wird die Bürger-Energie-Genossenschaft im Landkreis Kelheim Kapital beisteuern. Mit weiteren Genossenschaften ist Windpower im Gespräch.

Jurenergie nicht dabei

Nicht dabei ist die heimische Genossenschaft Jurenergie, die sich nach Angaben von Windpower-Sprecher Johannes Ehbauer entschlossen habe, eine eigene Anlage zu verwirklichen. „Das ist schade, denn es macht eigentlich Sinn, sich an vielen Kraftwerken zu beteiligen und so das Risiko zu streuen“, sagte Ehbauer.

Derzeit verhandelt Windpower mit regionalen Banken über die weitere Finanzierung des Vorhabens. Für diese „Unternehmensbeteiligung“ stellt die Firma eine Rendite von etwa sieben Prozent in Aussicht. Für alle Windanlagen hat das Unternehmen einen Vollwartungsvertrag mit Repower Systems SA abgeschlossen. Der Kontrakt läuft über 20 Jahre, ist „inflationssicher“ und umfasst fast alle Wartungs-, Instandhaltungs- und Überwachungsarbeiten.

Bei einer geschätzten Windstärke von knapp drei Beaufort auf der Baustelle lobte Berchings Bürgermeister Ludwig Eisenreich die große regionale Wertschöpfung durch die Bürgerbeteiligung und den Auftrag für Max Bögl. Das Stadtoberhaupt freute sich: „Wir werden vom Energieverbraucher zum Energieerzeuger.“ Auch der stellvertretende Landrat Albert Füracker ist sehr froh darüber, dass die Menschen die Gelegenheit bekommen, ihr Kapital hier zu investieren. Füracker: „Das Ziel der Energiewende ist im Landkreis Neumarkt schon erreicht.“ Die Akzeptanz des Windparks sei gegeben, weil die Bürger frühzeitig eingebunden worden seien. Und Firmenchef Johann Bögl bekräftigte, dass sein Unternehmen nur in solche Projekte einsteigen werde, die auf breiten Konsens stoßen und „politisch gewollt“ seien. Mit dem Berchinger Vorhaben habe Bögl die Möglichkeit, potenziellen Kunden überall in Europa zu zeigen, „was im Binnenland möglich ist“.

 

wdn

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