Freitag, 16.11.2018

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Brandschutz erzwingt Pause im Reitstadel

Die uralte Sicherheitsinfrastruktur wird ausgetauscht - 10.09.2018 20:27 Uhr

Die Fluchttreppen sind erst 2005 an den Reitstadel angebaut worden, damit die Besucher den Konzertsaal schnell verlassen können, falls es in dem Gebäude brennt. © Foto: Fritz Etzold


Als 1979 die Kriegsruine am Residenzplatz zum Kulturtempel ausgebaut wurde, gab es noch gar keine Brandschutzverordnung. "Man hat gebaut und dabei Erfahrungswerte beachtet", sagte Thomas Beygang, der Leiter des Hochbauamtes dem Bausenat. Das änderte sich bald darauf. Und der Reitstadel wurde schrittweise an die steigenden Auflagen angepasst. 200 000 Euro sind im Laufe der Jahre investiert worden. So gibt es längst eine automatische Brandmeldeanlage. 2005 sind die Fluchttreppen angebaut worden, die eine zügige Evakuierung des Gebäudes ermöglichen.

Trotzdem: Den aktuellen Ansprüchen genügt dies alles nicht. Zurzeit stehen deshalb bei Veranstaltungen Feuerwehrler als Sicherheitswache im Reitstadel.

Problem mit Ersatzteilen

"Eine uralte Infrastruktur kann man nicht unendlich anpassen", sagte Beygang. Mittlerweile sei es schon ein Problem, bestimmte Ersatzteile zu bekommen. Deshalb sei nun die Zeit gekommen für einen Schnitt und die gesamte Infrastruktur auszutauschen.

Das Ingenieurbüro Wißmeier aus Heroldsberg schätzt die Kosten auf insgesamt 355 000 Euro. Etwa ein Drittel der Summe entfallen auf technische Anlagen wie Brandmeldeeinrichtung oder eine zentrale Niederspannungsverteilung , den Überspannungsschutz oder die Sicherheitsbeleuchtung. 92 000 Euro sind für Bauarbeiten veranschlagt. Das Honorar für den Planer beläuft sich auf 52 000 Euro.

Der Konzertsaal selbst wird nicht verändert. Deshalb sind auch keine Auswirkungen auf die Akkustik zu befürchten. Die meisten Arbeiten finden in den Steigschächten statt. Es werden auch Schlitze für Leitungen geschlagen werden, Staub und Dreck lassen sich nicht vermeiden. Deshalb ruht der Konzert- und Ausstellungsbetrieb in dieser Zeit. Vier bis fünf Wochen bleibt der Reitstadel geschlossen, schätzt Beygang. Wann dies sein wird, steht noch nicht fest. Die Termine sollen in enger Abstimmung mit dem Kulturamt, den Veranstaltern sowie den Vertragspartnern im Detail abgestimmt werden.

"Gibt es eine rechtlich bindende Vorgabe für die Arbeiten?", fragte Franz Düring (UPW). Nicht direkt, weil es sich beim Reitstadel um einen Altbau handelt, für den nicht die strengen Vorgaben wie bei einem Neubau gelten, sagte Beygang. Aber faktisch halt doch: "Niemand übernimmt nach derzeitigem Stand die Haftung, wir müssen also handeln."

Rechtsreferent Jürgen Kohler ergänzte: Nach der Gemeindeordnung müsse man Maßnahmen ergreifen, wenn Gefahr für Leib und Leben bestehe. "Da sind wir beim Brandschutz ganz schnell dabei." 

Hauke Höpcke Neumarkter Nachrichten E-Mail

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