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Dicke Zuschüsse für Wieserstadl-Projekt

Velburger Stadtrat diskutiert über den Umbau zu einem Veranstaltungsort - 17.06.2018 10:38 Uhr

Wo einst das Wieserhaus stand, ist jetzt eine große, eingezäunte Baulücke. Die alten Kellergewölbe im Erdreich sind zu sehen und im Hintergrund präsentiert sich der sanierungsbedürftige Wieserstadl. © Foto: Werner Sturm


Wo das Wieserhaus stand, ist jetzt eine große, eingezäunte Baulücke. Die alten Kellergewölbe im Erdreich sind zu sehen, dahinter der sanierungsbedürftige Stadl. Um dessen Sanierung sowie um den Neubau des Wieserhauses drehte sich eineinhalb Stunden lang die Diskussion bei der Stadtratssitzung.

Kreisheimatpfleger Rudolf Müller-Tribbensee legte dem Gremium die Gesamtmaßnahme wärmstens ans Herz. Er sprach von einer elementaren Entscheidung des Stadtrats und von einer großen Chance, um zukünftig noch mehr kulturelles Leben in die Stadt zu bringen. Friedrich Roskamp vom bayerischen Landesamt für Denkmalpflege sagte: "Die Sanierung des aus dem 18. Jahrhundert stammenden Stadls ist aus meiner Sicht sehr bedeutsam für Velburg und bedarf der Unterstützung der Fachstellen."

Für die auf etwa 1,6 Millionen Euro veranschlagte Maßnahme stellte er vorbehaltlich der endgültigen Prüfung einen Zuschuss in Höhe von rund 680 000 Euro in Aussicht. Für Wibke Fett von der Regierung der Oberpfalz bilden Wieserstadl und Wieserhaus fördertechnisch eine Einheit als Kulturzentrum. "Hier kann ein repräsentativer Veranstaltungs- und Versammlungsort mit besonderem Flair für alle Bürger geschaffen werden", sagte sie.

Dafür gint es EU-Fördergelder. Die Rechnung schaut laut Fett so aus: Zu den Gesamtkosten von etwa drei Millionen Euro für die Sanierung des Stadls und den Neubau des Wieserhauses gibt es einen Zuschuss von rund 1,4 Millionen Euro. Dazu kommen noch die erwähnten 680 000 Euro aus dem Denkmalschutz, womit die Stadt selbst mit etwa einer Million dabei ist. Fett machte auch deutlich, dass die Stadt jetzt in die Gänge kommen muss, möchte sie von der sehr guten Zuschuss-Situation profitieren.

Bürgermeister Bernhard Kraus hatte eingangs der Sitzung die Bedeutung der historisch gewachsenen Ortskerne in den Ortschaften in der Gemeinde hervorgehoben: "Wir sollten keine Angst davor haben, das Projekt Wieseranwesen voranzutreiben. Wir haben ein tolles Raumkonzept und die Unterstützung von vielen Seiten". Es sei eine historische Chance, das Wieseranwesen jetzt mit außerordentlich hohen Fördermitteln in einen zukunftsorientierten Zustand zu versetzen.

Eine Entscheidung stand nicht an, sie wird vermutlich bei der nächsten Sitzung fallen. Der Tagesordnungspunkt diente der Information und der Diskussion. Die wurde auch sehr sachlich unter Beteiligung nahezu aller Gremiumsmitglieder geführt. Vizebürgermeister Klemens Meyer sagte: "Wichtig ist mir ein schlüssiges Nutzungskonzept. Und wir müssen aufpassen, denn jede Chance hat ein begrenztes Zeitfenster."

Geradezu euphorisch die Aussage von Roland Schlusche (Grüne): "Diese Chance müssen wir nutzen. Die großartige Unterstützung der Fachstellen ist ein Glücksfall für die gesamte Gemeinde und die Stadt." Deutlich zurückhaltender reagierte Michael Gruber: "Das wird uns mit einer Million belasten. Dann möchte ich aber im Nachhinein nichts davon hören, dass für wichtige Maßnahmen in den Ortsteilen das Geld fehlt."

"Keine andere Wahl"

Erwin Gradl (FW) stimmte generell zu, sprach sich aber dafür aus, die Sanierung des Wieserstadls in abgespeckter Form anzugehen. Peter Burnickl (CSU) verwies darauf, dass auch eine Grundsicherung des alten Gemäuers viel Geld kostet und meinte: "Da bleibt uns ja in Anbetracht der Zuschüsse gar keine andere Wahl."

Dritter Bürgermeister Bernhard Dürr sah das Vorhaben ebenso positiv und verneinte, dass damit eine Konkurrenz zum gegenüberliegenden Pfarrheim entstehen könnte. Das eben hatte Johann Karg (FW) befürchtet. Jedenfalls sieht es nach der Diskussion und nach den zugesagten Fördergeldern so aus, dass sich eine große Mehrheit im Stadtrat für das Projekt Wieseranwesen erwärmen könnte. 

WERNER STURM

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