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Die Großen Hufeisennase fühlt sich wohl in Hohenfels

LBV schließt Rettungsprojekt ab und zieht eine erfolgreiche Bilanz - 01.07.2018 16:41 Uhr

Sie haben es kuschelig: Die Große Hufeisennase, eine seltene Fledermausart, hat sich in Hohenburg angesiedelt. © Foto: Rudi Leitl


Seit 2012 führt der LBV mit dem Bundesforstbetrieb Hohenfels ein von der EU, dem Bayerischen Naturschutzfonds und dem Naturpark Hirschwald finanziertes Projekt zur Rettung der stark bedrohten Fledermausart "Große Hufeisennase" in Hohenburg durch. Die Art ist vom Aussterben bedroht.

Zum Projektabschluss sind nun zusammen mit Vertretern des Umweltministeriums die letzten Maßnahmen eingeweiht worden: zwei Fledermaustürme und ein beschilderter Themen-Wanderweg rund um die Natura 2000-Gemeinde Hohenburg.

Weitere Verbreitung möglich

Die zwei neu gebauten Türme im Projektgebiets des Lauterachtals dienen den Fledermäusen als Trittsteinquartiere für die weitere Ausbreitung. Zusätzlich bieten sie Radfahrern und Wanderern Informationen zur Großen Hufeisennase und dem Projekt sowie einen Schutz- und Rastplatz.

Türme und Wanderweg sollen das Bewusstsein in der Bevölkerung für die hoch bedrohte Fledermausart stärken. Das im Lauf des Projekts eingerichtete Informationszentrum im Fledermaushaus in Hohenburg, mit der deutschlandweit letzten Wochenstube der Großen Hufeisennase, zählt ebenfalls dazu.

Babys vor der Webcam

Einen Blick in die Wochenstube und auf die nächste "Hufi"-Generation kann man über die Webcam unter www.lbv.de/huficam werfen.

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Nach sechs Jahren des Life-Projekts ziehen der LBV und seine Partner eine sehr positive Bilanz: "Als besonders bedeutsame Maßnahme im Projekt ist die Wiederbelebung des ehemaligen Hohenburger Hutangers als Waldweide für die projekteigene Rotviehherde und den Wanderschäfer hervorzuheben", heißt es.

Zusätzlich zu den neu angelegten Rinderweiden übernehmen auch die pestizidfreien Flächen des Truppenübungsplatzes Hohenfels wichtige Funktionen.

Für das Abendessen ist gesorgt

"Mit ihrem Insektenreichtum stellen sie einen idealen Jagdlebensraum und damit einen Schlüsselfaktor zum Überleben der letzten deutschen Kolonie der Großen Hufeisennase dar", erklärte Andreas von Lindeiner, der LBV-Artenschutzreferent. Auch die 150 neu gepflanzten Obstbäume haben als Lebensraum für Beuteinsekten große Bedeutung.

Den Erfolg des Projekts können sich viele unterschiedliche Akteure auf die Fahnen schreiben. So stellte der Markt Hohenburg zahlreiche land- und forstwirtschaftliche Flächen zur Verfügung, die alle auch als Natura-2000-Gebiete ausgewiesen sind.

Und der Bundesforstbetrieb Hohenfels hat im Truppenübungsplatz Hohenfels zahlreiche Flächen aufgelichtet. Dadurch wurden sie als Flugrouten und Jagdreviere für die Große Hufeisennase optimiert.

Drei Bedingungen stellt die Große Hufeisennase an ihren Lebensraum: Für ihren Winterschlaf braucht sie großräumige frostfreie Quartiere, etwa Karsthöhlen, die möglichst ganzjährig ungestört sind. In den warmen Monaten bevorzugt sie ruhige Gebäude mit unterschiedlichen Temperaturzonen.

Ihre Nahrung, verschiedene Insektenarten, findet die Fledermausart in strukturreichen Landschaften ohne Pestizid-Einsatz. "Ein solches Paradies findet sie im Oberpfälzer Jura im Lauterachtal und dem angrenzenden Truppenübungsplatz", sagte Projektmanager Rudi Leitl.

Dort seien die wesentlichen Lebensraumstrukturen erhalten geblieben, sodass die Große Hufeisennase bis heute dort überleben konnte und es hoffentlich noch lange wird. 

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