Dienstag, 20.11.2018

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Einflugschneise im Garten: Riesiges Hornissennest in Pyrbaum

Insekten nisten im Schuppen eines Pyrbaumer Ehepaars — "Wenn man sie in Ruhe lässt, tun sie überhaupt nichts" - 25.08.2018 17:50 Uhr

Josef Brych vor dem Nest in seinem Schuppen: Es misst etwa einen mal einen halben Meter. Angst, den Tieren zu nahe zu kommen, hat er nicht — nur stören sollte man die Hornissen nicht. © Foto: Hubert Bösl


"Jetzt wohnen wir seit sechzig Jahren hier, aber sowas haben wir noch nicht gesehen", sagt Annemarie Brych. Auch ohne zu wissen, wo sich das Nest befindet, könnte man es problemlos aufspüren, durch den Garten führt die Einflugschneise. Ein Insekt nach dem nächsten verschwindet zwischen den Holzlatten des Schuppens, währenddessen kommen ebenfalls im Sekundentakt andere Hornissen herausgeflogen. Im schmalen Raum neben Garage und Werkstatt hängt das Nest direkt über der Tür.

Zunächst hätten sie es gar nicht bemerkt, sagt Annemarie Brych — das war im Frühjahr. Seitdem ist das Nest der Hornissen extrem gewachsen, mittlerweile zieht es sich etwa einen Meter lang an einem der Dachsparren entlang und ist dazu etwa einen halben Meter breit.

Erstmals bemerkt hat das Ehepaar die tierischen Untermieter im Schuppen im Mai. Annemarie Brych sah die hellbraune Fläche an dem Holzbalken und dachte, sie hätte dort einen Putzlappen liegengelassen. Als sie versuchte, den vermeintlichen Lappen mit einem Besen herunter zu holen, ging das natürlich nicht gut aus. "Die Tiere kamen alle herausgeflogen und auf mich zu", sagt sie.

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Eine der Hornissen habe sie dabei auch gestochen, direkt in den Hals, sagt Annemarie Brych. "Das war sehr unangenehm, auf jeden Fall extremer als ein Wespenstich." Mit einer Salbe aus der Apotheke sei aber alles gut gegangen, sie sei glücklicherweise nicht allergisch gegen die Stiche.

Das ist natürlich ein Glück — doch es bedeutet auch, dass die Brychs mit ihrem Hornissennest im Garten leben müssen. Sie haben sich beim Landratsamt über das mögliche Entfernen erkundigt, doch das geschieht nur dann, wenn im Haushalt jemand allergisch auf die Stiche reagiert oder Kleinkinder dort leben. So müssen Josef und Annemarie Brych die Insekten in ihrem Schuppen dulden.

Doch für viele Probleme sorgten die eigentlich nicht, sind sich beide einig. "Wenn man sie in Ruhe lässt, tun sie überhaupt nichts", sagt Annemarie Brych. Ihr Mann sieht das ähnlich entspannt: "Wenn ich im Garten sitze und Kuchen esse, natürlich kommen die Tiere dann. Sie krabbeln mir auf dem Arm herum, aber die tun mir nichts. Man darf nur nicht auf die Idee kommen, sie anzupusten, das macht sie aggressiv." Noch bis etwa Oktober müssen die Brychs mit den Bewohnern ihres Schuppens vorlieb nehmen. Dann räumen Hornissen typischerweise ihre Nester. Die Arbeiterinnen und Drohnen sterben, während die Jungköniginnen sich anderswo einen Platz zum Überwintern suchen.

Wenn die Insekten weg sind, wollen Josef und Annemarie Brych das Nest entfernen. "Wir brauchen schließlich unser Feuerholz für den Winter", sagt Annemarie Brych und deutet auf das gestapelte Holz unterhalb des Nestes. Auch wenn das Ehepaar kein großes Aufhebens um die Hornissen macht, wären sie froh, wenn im nächsten Jahr nicht an gleicher Stelle ein neues Nest entsteht.

Beim Landratsamt habe man ihnen gesagt, das sei zwar unwahrscheinlich, aber auch nicht ausgeschlossen. Die Brychs wären aber durchaus froh, wenn ihnen 2019 ein Hornissen-freier Sommer im eigenen Garten bevorstünde. 

mse

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