Freitag, 19.10.2018

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Höchste Punktzahlen für Traunfelds Honig

Imkerverein ist mit der Ernte 2017 äußerst zufrieden — Untersuchung bestätigt Qualität - 09.12.2017 10:02 Uhr

ARCHIV - Honig wird am 07.09.2011 in Köln (Nordrhein-Westfalen) auf einen Löffel genommen. (zu dpa-KORR: Imker haben weniger Sommerblüten-Honig vom 18.07.2017) Foto: Oliver Berg/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ © Oliver Berg/dpa


Als "überdurchschnittlich" hat der Kassier des Vereins Ambrosius Simson die diesjährige Ernte bezeichnet: So habe die Sommertracht in Deutschland im Schnitt 17,7 Kilogramm pro Bienenvolk erbracht – die Frühtracht lag etwas darunter.

Doch damit nicht genug: Vereinsmitglied Michael Federl hatte Proben zur Untersuchung eingeschickt, um den Honig auf Geschmack, Geruch, Zustand und Sauberkeit bewerten zu lassen – in allen Kategorien erreichte das Traunfelder Produkt höchste Punktzahlen und wurde mit der Auszeichnung "Gold 1a" bewertet.

Bislang frei von Chemie

Weitere sechs Proben der aktiven Imker wurden auf Rückstände von Pflanzenschutz- sowie Varroa- und Wachsmilbenmitteln getestet. Die Imker waren erleichtert, als feststand, dass es in ihrem Honig keine Rückstände gibt.

Allgemein beschäftigen die Schädlinge die Imker: So erinnerte Markus Bösl daran, die Oxalsäurebehandlung der Bienen gegen Milbenbefall, bestenfalls etwa drei Wochen nach dem ersten Frost durchzuführen: Da zu diesem Zeitpunkt kaum noch Brut zu erwarten ist. Die Behandlung ist bis zum Jahresende vorgeschrieben, damit sich die Säure bis zur nächsten Ernte abgebaut hat, teilten die Zuständigen im Verein mit.

Vorsicht sei unterdessen bei der amerikanischen Faulbrut geboten, einer meldepflichtigen Erkrankung der Bienen. Kommendes Jahr soll es hierzu einen Fachvortrag geben.

Kennzeichnung ist Pflicht

Ein weiterer Hinweis galt den Besitzern von Beuten, die in der freien Natur aufgestellt sind: Jeder einzelne Kasten müsse mit Namen und Telefonnummer des Eigentümers gekennzeichnet werden, teilte der Verein mit.

Apropos Kennzeichnung: Der Kassier Ambrosius Simson erläuterte bei dem Treffen noch die einheitliche Kennzeichnung im Deutschen Imkerbund (DIB) mit speziellen Etiketten und einer bestimmten Form der Honiggläser. Dies solle einen Wiedererkennungswert schaffen.

Des Weiteren betonte Simson, dass jeder einen Honigkurs absolvieren müsse, um über die Hygienevorschriften Bescheid zu wissen, bevor der geerntete Honig verkauft werden dürfe.

Was die Probe-Imker angeht, so habe der Imkerverein Traunfeld heuer sechs Neulinge begrüßen dürfen, die von erfahrenen Paten des Vereins an die Hand genommen waren. Im Vorjahr waren es vier Probe-Imker gewesen, für nächstes Jahr liegen bereits zwei Anmeldungen vor.

Dass es Nachwuchs gibt, freut nicht nur den Verein, denn im Gegensatz zur Überproduktion an Fleisch in Deutschland, kann der Bedarf an Honig bis dato nicht gedeckt werden: 20 000 Tonnen werden hierzulande produziert, 83 000 Tonnen werden aus dem Ausland importiert. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt in Deutschland bei 1,2 Kilogramm Honig.

Friedlebend, aber resistent

Interessierte Neulinge sind bei den Imkern daher gerne gesehen. Ebenso wie Erfahrene, die Lust haben, sich in der Bienenzucht (speziell für Buckfast Bienen und Carnica) einzubringen. Das erklärte Ziel des Vereins sei es nämlich, sanftmütige, friedliebende Bienen zu züchten, die möglichst wenig schwärmen, Brutstärke zeigen, stabile Honigernten erbringen und möglichst resistent gegen Krankheiten sind.

Denn der Erhalt der Bienen liegt dem Verein selbstverständlich am Herzen, ebenso wie Bürgermeister Anton Preißl. Er wies auf die Bedeutung der Insekten für das Gleichgewicht der Natur hin – insbesondere durch deren Blütenbestäubung.

Für Bienen müsse Geld ausgegeben, weniger Land versiegelt und Abstand von Glyphosat genommen werden, so der Bürgermeister weiter. Er überreichte 200 Euro als Zuschuss an den Verein, auch wenn er wisse, dass dies gemessen an der Bedeutung der Imkerei eigentlich viel zu wenig ist.

  

JUTTA RIEDEL

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