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Loksignal: Den Sengenthalern pfeifen die Ohren

Der laute Pfiff der Bögl-Bahn ist weithin zu hören - 14.09.2017 09:57 Uhr

Tüüüüt: Wenn hier eine Bögl-Bahn auf den Schienen unterwegs ist, hören das auch die Anwohner im Sengenthaler Neubaugebiet. Die Lärmfrage war ein Thema im Sengenthaler Gemeinderat. © Foto: Günter Distler


Früher vielleicht zweimal die Woche, heute verstärkt und am Samstag im gefühlten Stundentakt rollen die Züge der Bauunternehmung Bögl von Greißelbach Richtung Neumarkt, so die Klage der Anwohner. Eine eigentlich positive Entwicklung, um mehr Transportgüter von der Straße auf die Schiene zu bekommen.

Aber mit einem großen Nachteil: Gegenüber der Kreuzung der Schiene mit der Straße Richtung Campingplatz Ölkuchenmühle hängen sogenannte Pfeiftafeln. Heißt: Der Lokomotivführer muss, bevor er den Bahnübergang befährt, lautstark Signal geben. Und das ist so lautstark, dass im angrenzenden Neubaugebiet in Sengenthal jeder vom Stuhl fällt. "Oft pfeift es alle Stunde", stöhnte eine Frau, die der Debatte im Gemeinderat zuhörte.

Zu viel Verkehr

Die Pfeiftafeln müssen weg, lautet denn auch das Motto von Nicolaus Bär. "Seit drei Jahren arbeite ich als Einzelkämpfer in dieser Sache, keiner unterstützt mich", sagte er im Gemeinderat. Er habe mit den Verantwortlichen bei Bögl gesprochen, mit den Verantwortlichen der Regierung von Mittelfranken, die für die Bahnstrecke zuständig seien.

Ihm sei gesagt worden, wenn die Gemeinde die Frequenz auf der Straße zur Ölkuchenmühle drücken könne, könne man wegen zu geringen Verkehrsaufkommens die Pfeiftafeln entfernen und so für Ruhe sorgen. Dazu könnte die Gemeinde eine Ausweichroute bauen, um den Verkehr über diese zu schicken; dann könnte Bögl den Antrag stellen, die Pfeiftafeln zu entfernen.

So einfach sei das nicht, meinten manche Räte. Bürgermeister Brandenburger stellte dazu auch eine neue Verkehrserhebung vor. Nach einer Zählung im Herbst vor einem Jahr war man auf gut 90 Fahrzeuge am Tag gekommen. Bei einer Verkehrszählung im August dieses Jahres waren es 137 am Tag. Brandenburger: "Das ist zu viel, um von schwachem Verkehr sprechen zu können."

Gemeinderat Rudolf Meier warnte davor, dass am Ende die Kommune auf einer Ampelschaltung sitzen bleibe und für die laufenden Kosten aufkommen müsse. Das könne es nicht sein. Da gab ihm Bär recht: "Aber wenn wir es nicht probieren, wie wir da rauskommen, werden wir es nie erfahren."

Er regte mehrmals an, eine Ausweichroute zu bauen, um den Verkehr über den Bahnübergang Richtung Ölkuchenmühle durch Verkehrsschilder reduzieren zu können. Wenn weniger Pkw fahren, könnte man wieder von schwachem Verkehr sprechen – und die Tafeln könnten abgebaut werden. Das könne sein, sagte Brandenburger, aber die zuständige Genehmigungsstelle habe gesagt, es seien zwei Kriterien zu erfüllen: Wenig Verkehr und eine übersichtliche Kreuzung. Doch übersichtlich sei diese Kreuzung nun mal nicht.

Das Gespräch suchen

Außerdem verwahrte sich Bürgermeister Brandenburger dagegen, dass die Gemeinde in der Sache untätig sei. Sie sei an der Sache dran. Bär konnte das nicht überzeugen – er hielt mit seinen Erfahrungen dagegen. Brandenburger sagte zu, bei einem Gesprächstermin mit Bögl in 14 Tagen das Thema aufs Tapet zu bringen und dann weiter zu verfolgen. Wenn die Bauunternehmung für die Kosten einstehe, könne man etwas tun – nur das sehe er nicht als gegeben. 

W. FELLNER

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