Dienstag, 13.11.2018

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PYReinander will dem Nahverkehr Beine machen

Die Vorsitzenden treten für einen transparenten Ausbau in der Fläche ein - 28.06.2018 05:59 Uhr

Geht es nach den beiden Vorsitzenden von PYReinander, dann sollen die Haltestellen des ÖPNV in der Gemeinde Pyrbaum, hier in Dennenlohe, künftig öfter bedient werden. © F.: André de Geare


Auslöser war eine Diskussion bei der Hauptversammlung des Vereins dieser Tage: Da kam die Klage auf, dass es schwer sei, auch für das Seniorenheim in Pyrbaum geeignetes Personal zu finden, weil der Ort zwar an den ÖPNV angebunden sei, die Abfahrtszeiten der Busse aber ungünstig seien. Das sei ein klarer Standortnachteil.

Aber nicht nur Pflegekräften oder Arbeitnehmern, sondern auch älteren Mitbürgern müsste die Möglichkeit eröffnet werden, ohne eigenen Pkw problemlos nach Neumarkt oder Nürnberg zu kommen. Die bisherigen Angebote wie Sammelanruf-Taxi, Rufbusse oder die in den Ferien stark eingeschränkten Linienbusse genügten nicht den Anforderungen insbesondere der älteren Mitbürger, sagen Riesch und Kiefer unisono. Kiefer hat inzwischen begonnen, den Ist-Stand zu ermitteln. Der ist, sagt er ganz offen, gar nicht so schlecht, es werde mehr angeboten, als man gemeinhin meine.

Aber das Angebot sei kompliziert, unübersichtlich und zu teuer. Ein Beispiel, das er selbst erlebt hatte: Er wollte mit einer größeren Gruppe nach Postbauer-Heng zum Bahnhof; für 40 Euro pro Bus hätte ihn ein Unternehmer gefahren, der offizielle ÖPNV-Preis liegt weit darunter. Am Ende stieg die Reisegesellschaft in die eigenen Pkw. Kiefer: "Auf der Rückfahrt später klappte aber alles hervorragend."

Riesch und Kiefer schwebt ein Aufbau des ÖPNV von unten, aus der Fläche heraus vor, also von den Bürgern ausgehend. Neue Ideen, frisches Denken sei gefragt. Kiefer: "Subventioniert muss sowieso werden, warum subventioniert man nicht so, dass jede Fahrt jeden einen Euro kostet?" Oder eine Jahreskarte für 365 Euro oder flexible, aber transparente Bedienformen oder Gemeinschaftsverkehr?

"Warum sollen wir nicht eine Utopie verfolgen?", fragt Riesch. Autonomes Fahren sei eine Option, da könnte man Busse im 30-Minuten-Takt durch die Gemeinde und nach Postbauer-Heng und zurück schicken. Deshalb fahren sie als nächstes nach Bad Birnbach, wo ein viel beachtetes Pilotprojekt läuft, wie sie es sich auch für Pyrbaum vorstellen könnten.

Allerdings, eines sei klar: Wenn man in Pyrbaum ein Projekt dieser Art testen wolle, müssten alle mitmachen, die über den schlechten öffentlichen Nahverkehr klagen. Dann, sagt Heinz Kiefer, müssen alle Bürger ihre Pkw stehen lassen und in den Bus steigen. In Zeiten steigender Spritpreise durchaus eine Option.  

wof

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