Sonntag, 18.11.2018

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Steinbrucherweiterung: Trautmannshofener erwarten Kompromiss

Diskussionsveranstaltung mit den Betreibern — Keine Annäherung bei den Entfernungen - 09.11.2018 10:07 Uhr

Die Geschäftsführer Werner Steinbrecher und Herbert Bärnreuther sowie Robert Enders vom Planungsbüro Team4 bei der Diskussion über die Steinbrucherweiterung. © Helmut Sturm


Bürgermeister Ludwig Lang begrüßte die beiden Geschäftsführer Herbert Bärnreuther und Werner Steinbrecher, dankte für den kurzfristig zustande gekommenen Informationsabend und brachte seine Hoffnung auf eine sachliche Diskussion zum Ausdruck.

Herbert Bärnreuther stellte das gesamte Unternehmen mit seinen sieben Steinbrüchen und den 160 Mitarbeitern kurz vor, klärte Fachbegriffe wie Vorranggebiete. "Zur Zeit haben wir in Laaber 30 Hektar im Umgriff, das reicht noch für zehn Jahre – wir müssen aber langfristig planen."

Robert Enders vom Planungsbüro "Team4" stellte die Umweltverträg-lichkeitsprüfungen für Mensch, Tier, Wasser, Pflanzen, Luft, den Landwirtschaftlichen Begleitplan und den Rekultivierungsplan vor. "17 Hektar werden wieder bewaldet, die höchste Kuppel wird wieder aufgebaut und das gesamte Gelände wieder angepasst." Insgesamt beziehen sich die heute vorgestellten Maßnahmen auf einen Zeitraum von 35 bis 40 Jahren. "Der Steinbruch wird auch nicht in einem Stück um 23 Hektar erweitert sondern Abschnitt für Abschnitt. Er wird eigentlich auch nicht größer, er wandert nur in Richtung Norden und wird im Süden wieder der Natur angeglichen."

Nach all den Informationen musste bei den Dorfbewohnern im Saal erst einmal "der Dampf aus dem Kessel". Es gab viele Fragen: "Mit welchen Material wird wieder aufgefüllt?" "Wie viel Sprenglöcher werden gebohrt?" "Warum stinkt es schon morgens um 4.30 Uhr nach Bitumen und der Steinbrecher läuft?" "Mit was wird die Asphaltmischanlage befeuert – mit radioaktivem Braunkohlestaub aus dem Ausland?"

Herbert Bärnreuther informierte über die offiziellen Betriebszeiten, sollte es Verstöße geben, werde er sich darum kümmern und bitte um genaue Information. Verfüllt werde mit dem Mutterboden, der vorher abgeräumt wird und nicht mit Schutt. Und die Braunkohle komme aus Deutschland, deren Werte würden permanent kontrolliert und wenn der Braunkohleabbau endet, könne auf Gas umgestellt werden. "Verstöße können wir uns generell nicht leisten, weil wir von den Aufsichtsbehörden unangemeldet kontrolliert werden. Jeder Filterwechsel wird dokumentiert."

Sofort kontrolliert

Noch während der Info-Veranstaltung sagten Bärnreuther und Steinbrecher Folgendes zu: "Auch wenn es für uns betriebswirtschaftlich negativ ist, werden wir den Steinbrecher zur Lärmvermeidung nicht weiter in Richtung Trautmannshofen verlagern und ihn zusätzlich noch einhausen. Die monierten Absperrungen werden sofort kontrolliert und erneuert oder erweitert und wer Schäden durch Sprengungen an seinem Haus befürchtet oder feststellt, kann sich eine Messstation ausleihen. Dann reden wir weiter." Keine Annäherung gab es bei den Entfernungen. Werner Steinbrecher erinnerte an ein Gespräch beim Bürgermeister, wo 535 Meter bis zum Ortsrand festgelegt wurden und 750 Meter bis zur Wallfahrtskirche. "So war es abgemacht. Vom Gesetzgeber her dürften wir bis auf 300 Meter an den Ortsrand heran."

Einen genauen Einblick in die Sprengungen gab ein Ingenieur von der Firma Maxam. Erst komme die Erschütterung, dann der Schall und alles sei zusätzlich in Abhängigkeit von Wind, Gesteinsschichten und Wasserläufen, sodass es zu den tatsächlichen Auswirkungen einer Sprengung auch noch die gefühlten gebe.

"Warum weitet ihr nicht nach Ammelhofen aus, da wohnen weniger Leute?", provozierte einer. Es liege am verwertbaren Material, hieß es. "Und wohin gehen die Gewerbesteuereinnahmen?" Sie bleiben, aufgeteilt auf die Standorte, alle in der Region, beruhigte Bärnreuther.

Ein älterer Mann brachte die ganze Thematik auf den Punkt und endete mit einer leichten Drohung: "Wir erwarten einen Kompromiss. Wir wollen ein friedliches Miteinander. Deswegen sind wir da. Sonst müssen wir andere Wege einleiten."

Ein abschließender Appell ging an Bürgermeister Ludwig Lang: "Sie müssen sich für den 750-Meter-Abstand einsetzen." Dieser deutete an, dass dies schon geschehen sei.

Richtig glücklich gingen die Trautmannshofener nicht nach Hause. Der Steinbruch kommt immer näher, wenn auch erst in vielen Jahren. Einer meinte: "Ich wollte, ich wäre ein Uhu, dann wäre ich besser geschützt als ein Mensch." 

HELMUT STURM

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