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Sonntag, 23.09.2018

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Sulzmauern in Berching werden saniert

Stadtrat unter Zeitdruck: Zum Teil maroder Zustand — Gesamtkonzept wurde beschlossen - 29.07.2018 12:36 Uhr

Lokaltermin: Nachdem sich die Stadträte um Bürgermeister Ludwig Eisenreich ein Bild über die Lage gemacht hatten, beschlossen sie die Sanierung der zum Teil maroden Sulzmauern und deren statische Ertüchtigung. © Foto: Karg


"Wenn nicht jetzt, wann dann?", stellte Bürgermeister Ludwig Eisenreich die rhetorische Frage bei der Sitzung in Bezug auf die vorgesehene Sanierung der Sulzmauer im Bereich Seniorenheim beziehungsweise Posthotel mit statischer Ertüchtigung.

Die Räte kamen in Zugzwang. Denn im Frühjahr 2019 soll mit dem Bau der Kulturhalle begonnen werden. Bis dahin sollen die statischen Voraussetzungen gegeben sein: Das bedeutet konkret, dass mit den Gründungsarbeiten für die Halle mindestens zeitgleich mit der Stabilisierung des Bruchsteinmauerwerks des als Hochwasserschutz in den 1910er Jahren errichteten Trogs begonnen wird.

Zeitplan einhalten

Für eine weitere Bürgerversammlung, wie von Josef Neumeyer beantragt, oder eine Alternativlösung zu dem Konzept des Planungsbüros Team4 aus Nürnberg, wie von Manfred Rackl vorgeschlagen, werde es knapp, wenn man den Zeitplan für den Bau der Kulturhalle einhalten wolle. Denn um Fördergelder zu erhalten, müsse der Regierung vor Baubeginn die komplette Planung einschließlich Bauplänen vorgelegt werden, so der Bürgermeister. Die Sanierung der Sulzmauer im Bereich des Seniorenheims war bereits Anfang Juli durch den Bau- und Umweltausschuss vorgestellt und mehrheitlich beschlossen worden. In der aktuellen Sitzung wurde ein Gesamtkonzept zur Neugestaltung der Mauer im Bereich der neuen Kulturhalle sowie oberhalb des Seniorenheims vorgestellt. Dazu waren Ingenieur Max Wehner vom Team4 und Thomas Gollwitzer vom Münchner Statikbüro Gollwitzer, Linse und Partner vor Ort.

Zwischen Seniorenheim und Nordtangente ist eine Renaturierung der Sulz angedacht. Dies stieß bei Maria Meil teilweise auf Unverständnis, weil das Konzept für die naturnahe Gestaltung Findlinge wie bei einem Gebirgsbach und sogenannte Störsteine vorsieht. Gerhard Binder, Leiter des Caritas Seniorenheims, hatte Fragen zu Parkplätzen und zur Zufahrt, die während der Bauzeit eingeschränkt würden, was offenbar nicht anders gehe. Letztendlich stimmten 13 Stadträte zu, sechs sprachen sich dagegen aus. Auch einer der Gründe: Die "historische" Sulzmauer werde ihr Gesicht verlieren.

Zum Konzept: Im Bereich der neu geplanten Kulturhalle ist im Biergartenbereich ein Abgang zur Sulz vorgesehen. Von diesem Abgang führen Trittsteine über die Sulz und ein anschließender Weg am gegenüberliegenden Ufer unter der Johannesbrücke durch bis zum Hans-Kuffer-Park. Der Anschluss von der Johannesbrücke zwischen Spitalgebäude und Sulz in Richtung neuer Kulturhalle soll barrierefrei ausgebildet werden. Beidseitig in der Sulz sind Steinschüttungen zur Stabilisierung des Sulzmauerfußes geplant.

Stützkonstruktion nötig

Zur Entlastung des Erddrucks an der Sulzmauer im Bereich der Kulturhalle ist es notwendig, eine Stützkonstruktion in Form einer Winkelstützwand hinter der Sulzmauer herzustellen. Dazu war eine statische Berechnung erforderlich. Das Statikbüro Gollwitzer, Linse und Partner, das auch mit der Statik der Kulturhalle beauftragt ist, hat hier auch schon mehrere Konzepte untersucht und eine mögliche Lösung gefunden.

"Die Maßnahmen Neugestaltung der Sulzmauer mit Treppenabgang und Weg zum Kuffer-Park, sowie die Außenanlagen der Kulturhalle wurden im Vorfeld mit der Förderstelle bereits besprochen und es wurde uns mitgeteilt, dass diese Maßnahmen durchaus förderfähig sind", erklärte der Bürgermeister. Die Arbeiten seien in Abstimmung mit dem Umbau des Hotel Post, dem Neubau der Fußgängerbrücke beim Seniorenheim und dem Neubau der Kulturhalle mit Außenanlagen abschnittsweise durchzuführen. In der Sitzung wurde der vorgestellten Planung von Max Wehner und Thomas Gollwitzer für die Neugestaltung der Sulzmauer mit Überweg in den Hans-Kuffer-Park und Renaturierung der Sulz zwischen Seniorenheim und Nordtangente zugestimmt. Das Büro Gollwitzer, Linse und Partner wurde darüber hinaus mit der Tragwerksplanung beauftragt. Die Entwurfsunterlagen sind nun noch bei der Regierung zur Förderung einzureichen.

Es ergingen einige weitere Beschlüsse: Damit auf einem Grundstück der Gemarkung Ernersdorf ein Grill- und Zeltplatz entstehen kann, wurde dessen Flächennutzungsplan geändert. Des Weiteren wurde beschlossen, den Bebauungsplan "Sondergebiet Kellerbichl" aufzustellen und den Flächennutzungsplan zu ändern. Hier wird ein Getränkemarkt der Firma Brüderlein neu errichtet. Schließlich wurden die Jahresanträge 2019 bezüglich der Städtebauförderung fortgeschrieben und außerdem noch beschlossen, dass der Waldweg von Pollanten nach Mühlhausen, wie auch von der Gemeinde Mühlhausen bereits beschlossen, asphaltiert wird. Das Teilstück in der Gemeinde Berching ist rund 1,5 Kilometer lang, wird drei Meter breit ausgebaut und kostet 89 000 Euro. ANTON KARG 

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