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Weiterer Schritt in Richtung Traumjob

Junger Iraner will Zahnarzt werden — Einladung zu Englischcamp mit Muttersprachlern aus England und USA in Velburg - 05.09.2017 08:00 Uhr

Tevin Medley aus den USA, Farhad Rahmani, Tito Barth aus den USA und Anne-Marie Ablone aus GB. © Foto: Andrea Bär


Erst vor knapp zwei Jahren kam der 16-Jährige aus Teheran nach Deutschland. Vor drei Jahren konvertierte die Familie zum Christentum – ein Unterfangen, das im Iran mit der Todesstrafe verfolgt wird. Daher brachen die Katholiken nach Deutschland auf – zu Fuß, mit der Bahn und mit dem Schiff.

Schon seit seiner Kindheit hegt Farhad den Wunsch, Zahnarzt zu werden, und möchte nun nach dem erfolgreichen Quali, bei dem er einen Notendurchschnitt von 1,83 erreichte, alles daran setzen, um diesen Traum auch zu verwirklichen. So wird der junge Mann zunächst auf den M-Zug aufspringen und anschließend an der FOS weiter lernen bis zum Hochschulzugang.

Die Geschichte von Farhad Rahmani hat auch Andrea Bär in den NN gelesen. Sie ist Gründerin von "LEOlingo Sprachcamps für Kinder". LEOlingo führte in der vergangenen Woche auch in Habsberg bei Velburg ein Englischcamp für Kinder aus der Region durch. Die Betreuer dieses Camps kommen aus den USA und England.

Frau Bär, was hat Sie dazu bewegt, Farhad einen Platz in Ihrem Englischcamp anzubieten?

Andrea Bär: Am meisten hatte mich beeindruckt, dass er nach seiner Ankunft vor zwei Jahren in eine deutsche Regelklasse eingestuft wurde und innerhalb kürzester Zeit so gut Deutsch gelernt hatte, dass er den besten Quali an seiner Schule geschafft hat. Da er offenbar aber seine Probleme mit dem Englischen hat, habe ich ihm den Platz in einem Camp in seiner Nähe angeboten, das zufällig für seine Altersstufe passte. Ich spende jedes Jahr einen Anteil unseres Werbemittelverkaufserlöses an eine gemeinnützige Organisation. Dieses Jahr kommt ein Teil Farhad zugute.

Was machen die Kinder bei so einem Englischcamp?

Bär: Normalerweise besteht das Programm aus Sprachspielen, Theater, Kreativem, Campsongs und Sportarten aus den Ländern der Betreuer, wie Baseball, Ultimate Frisbee oder Gaelic Football. Bei diesem Englischcamp war das Schwerpunktthema jedoch ,Film und Cut‘. Die Jugendlichen konnten aus verschiedenen Filmprojekten auswählen, die sie dann über ein Storyboard entwickelt haben und anschließend gefilmt und geschnitten haben. Der Film von Farhads Team hieß ‚Project Tramp‘ in Anlehnung an den Präsidenten der USA.

Wie kam Farhad in diesem Englischcamp zurecht?

Andrea Bär: Bei der Begrüßung hat man ihm angemerkt, dass er doch sehr nervös ist. Zum Ende hin war er aber ganz entspannt, hatte sich gut in die Gruppe eingelebt und kam auch prima mit dem Englischen zurecht. Farhad selbst meinte, dass ihm das Camp vor allem bei der englischen Aussprache und im Hinblick auf neuen Wortschatz geholfen habe. 

nn

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