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Wenn die Gespenster poltern

Gnadenberg: Gruselige Geschichten bei „Raunacht“ — Rudi Bayerl als Erzähler - 30.12.2010 22:53 Uhr

Franz Gericke, Tuba-Bläser der „Blechernen Saiten“ aus Schnaittenbach, demonstrierte bei der gut besuchten Raunacht in Gnadenberg seine Sanges- und Schauspielkunst. © Fügl


Die polternden G’spenster, die geheimnisvollen Gäste im Traditionswirtshaus „Zum Kloster“ waren unbestritten die Hauptpersonen, von denen Kreisheimatpfleger Roland Frank und Rudi Bayerl erzählten. Und dies bei vollem Haus.

Auf Initiative der „Oberpfälzer Volksmusikfreunde“ wurde an die „Rau- oder Rauchnächte im Oberpfälzer Land“, speziell im Landkreis – auf den Jurahöhen um Stöckelsberg und Ballertshofen, um Sindlbach, im Rohrenstädter Tal und um die Freibergkapelle bei Deinschwang – erinnert, an das Leben der Hexen, Teufel und Druden.

Angst und Schrecken

Zwölf Tage, zwischen Weihnachten und Heilige Drei Könige, trieben sie sich rum, verbreiteten bei den Bauersleuten, bei Mägden und Knechten Angst und Schrecken.

Weitere unheimliche Begleiter in diesen langen, dunklen und kalten Nächten waren die „Lucie mit dem langen Messer“, der „Dammerl mit dem Hamma“ und nicht zuletzt der „Trempel mit da Kien“ (Kette).

Als echte „Raunacht-Klassiker“ erwiesen sich Rudi Bayerls Erzählungen vom „Dulnbeck“, der sich vor lauter Druden und Hexen nicht mehr retten konnte. Dazu kamen die Geschichten vom großen Bangen vor dem „Andreas-Tag“.

Nicht unter der Haube

Unverheiratete Bauerntöchter gerieten dann in Panik, wenn sie immer noch nicht unter der Haube waren. Manch lediges Mädchen soll sich am betreffenden Andreastag daher in ihrem Bett auf ein grobes Holzbrett gekniet und dabei den heiligen Andreas angefleht haben, damit dieser ihr doch bald einen Mann beschere, so die Überlieferung.

Am Abend spielten die „Blechernen Saiten“ aus Schnaittenbach, die „Jura-Sänger“ Stöckelsberg, das „Trio Collegio“ und auch Herbert Flierl trat auf, der viel Schön-Trauriges singen konnte.

  

fueg

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