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NSU-Prozess: Gericht will Herkunft der Waffen klären

Zeuge aus Jenaer Unterwelt am Dienstag vorgeladen - 15.02.2016 18:26 Uhr

Die Herkunft der "Ceska" hat das Gericht bereits geklärt.

Die Herkunft der "Ceska" hat das Gericht bereits geklärt. © Franziska Kraufmann (dpa)


Als Zeuge ist ein Mann geladen, der zur Jenaer Unterwelt gehörte. Er hatte in einem Polizeiverhör nahegelegt, dass gewöhnliche Kriminelle Waffen an die Rechtsterroristen geliefert haben könnten. Anführer der Unterweltler seien zwei Zwillingsbrüder gewesen, die wiederum Kontakte zu Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gehabt hätten. Die Waffen, die in Jena kursierten, hätten von abziehenden russischen Soldaten, aus Jugoslawien und aus der Schweiz gestammt.

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Auch die beiden Zwillingsbrüder hat das Gericht für diese Woche als Zeugen geladen. Sie sollen am Mittwoch aussagen. Bislang gilt den Ermittlern nur die Herkunft einer einzigen NSU-Waffe als aufgeklärt, nämlich die der Mordwaffe vom Typ "Ceska". Mit dieser Pistole sollen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt neun ihrer zehn Morde verübt haben, und zwar die, bei denen die Bundesanwaltschaft Fremdenhass als Motiv annimmt.

Die Herkunft aller anderen Waffen ist bis heute ungeklärt. Die Verteidigung des mutmaßlichen NSU-Helfers Ralf Wohlleben bestreitet auch die von den Ermittlern nachgezeichnete Herkunft der "Ceska", in die ihr Mandant verwickelt gewesen sein soll. Einzige Überlebende des NSU-Trios ist Beate Zschäpe. Sie muss sich für sämtliche Verbrechen der Gruppe als mutmaßliche Mittäterin verantworten.

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Jahrelang hielten die Rechtsterroristen Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt das Land in Atem. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen auf das Konto der beiden männlichen Täter etliche Bankraube, Attentate und zehn Morde gehen. Wir erinnern an die Opfer und Verletzten.


 

dpa

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