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Abriss in Rennweg: Stadtheimatpflegerin übt Kritik an Schultheiß

Werbung mit Gründerzeitambiente passt nicht zu den Plänen der Firma - 03.02.2016 09:06 Uhr

Die Gebäude an der Werderstraße werden demnächst abgerissen. Stadtheimatpflegerin Claudia Maué bedauert es sehr, dass auch das Haus aus der Gründerzeit einem Neubau weichen muss. © Foto: Gabi Eisenack


Die Straßen, die auf den Fenitzerplatz im Nordosten der Stadt zulaufen, zeugen von guten alten Tagen. Eine ganze Reihe stolzer Häuser aus der Gründerzeit hat den Krieg überlebt, teilweise sind die Sandsteinfassaden mit eindrucksvoller Ornamentik versehen. Manche Gebäude wirken gut gepflegt, manche wurden sich selbst überlassen und sind dementsprechend verwahrlost. Wenig gehegt wurde wohl auch das Haus in der Werderstraße mit der Nummer 25. Es fristet ein trauriges Dasein, das allerdings nicht mehr lange währen wird.

Die Firma Schultheiß Wohnbau wird hier neu bauen und dazu Altes abreißen. Stadtheimatpflegerin Claudia Maué ist darüber einigermaßen unglücklich.

Was sie besonders ärgert: Dass das Unternehmen in der neuen Ausgabe seines Magazins für das Projekt "Fenitzerleben" mit dem Gründerzeitambiente wirbt und gleichzeitig ein Haus aus der Jahrhundertwende abreißt. Es handle sich zwar um kein individuell gestaltetes Haus, so die Stadtheimatpflegerin. Aber es sei ein Beispiel für die sorgfältige Fassadengestaltung in Nürnberg um die Jahrhundertwende, wie die abwechslungsreiche Gestaltung der Fenstergewände in den verschiedenen Geschossen bezeuge. „Wie kann ein Bauträger mit historischem Baubestand werben, wenn er ihn gleichzeitig vernichtet?“, fragt sich Claudia Maué.

Sanierung kam nicht infrage

Thomas Gröne, bei Schultheiß Vorstand für den technischen Bereich, sagt im Gespräch mit der NZ, dass aus Sicht des Unternehmens eine Sanierung des Gebäudes nicht infrage gekommen sei. "Es befindet sich nicht in einem erhaltenswerten Zustand. Aufgrund der Bausubstanz sehen wir keine Chance."

Schultheiß wird an der Werderstraße auch das Nachbarhaus abreißen – die Nummer 23, ein eher gesichtsloser Nachkriegsbau. Hier hat sich einst eine Federfabrik befunden. Auch die dazugehörigen Gebäude im Hof werden dem Neubauprojekt weichen. Rund 30 Eigentumswohnungen will Schultheiß an dieser Stelle schaffen.

Die Gespräche mit den Eigentümern befänden sich in der Endphase. Mit der konkreten Planung werde Ende März begonnen, mit Baubeginn sei Mitte des Jahres zu rechnen, so Thomas Gröne. "Es wird etwas sehr Schönes entstehen." 

Gabi Eisenack

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