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Absolut Müllfrei: Gostenhofs Unverpackt-Laden im Test

Die Nürnberger Zeitung testete "Zero Hero" an der Oberen Kanalstraße - 26.09.2017 05:59 Uhr

Arthur Koenig (links) und Thomas Linhardt haben lange nach einem geeigneten Standort für ihren Unverpackt-Laden gesucht. Jetzt können sie endlich durchstarten. © Roland Fengler


Ein bisschen ungewohnt ist es, mit voller Tasche zum Einkaufen zu gehen. Plastikbehälter, ausgespülte Schraubgläser und die fast leere Kümmeldose warten darauf, befüllt zu werden. Dafür müssen sie allerdings zuerst gewogen und mit Aufklebern versehen werden. Die Kunden sollen schließlich später nicht das Gewicht ihrer Behälter mitbezahlen.

Los geht es mit den Gewürzen, die in großen Töpfen aufbewahrt werden. Mit einer kleinen Gewürzschaufel fülle ich meine Kümmeldose auf. Die Auswahl ist groß, neben den Klassikern gibt es Ausgefallenes wie Chipotle (geräucherte Chilischoten) und Tannenrauchsalz. Der Vorteil: Wer für ein Rezept einen Teelöffel Chipotle braucht, muss sich nicht eine ganze Packung kaufen.

Frisch schmeckt es am besten

Eigentlich habe ich daheim ein gerade geöffnetes Honigglas, aber der Sommerhonig, den man sich aus einem Edelstahlfass zapfen lassen kann, macht mich neugierig. Ich nehme eine kleine Menge, zum Probieren. Am sogenannten Nutgrinder (auf deutsch etwa Nussmahler) fülle ich mir frisches Nussmus aus gerösteten Haselnüssen ab. Die Nusssorten sollen regelmäßig wechseln: Ob Mandel-, Erdnuss- oder Cashewmus, alles wird direkt vor dem Abfüllen in der Maschine zerkleinert. "Der Geschmacksunterschied zu fertig gekauftem Nussmus im Glas ist enorm", sagt Arthur Koenig, einer der beiden Gründer von "Zero Hero". Und weil es ganz frisch am besten schmeckt, nehme ich auch hier nur eine kleine Menge.

Bei "Zero Hero" findet man alles für den täglichen Bedarf - ganz ohne Verpackung. © Roland Fengler


In eine große Plastikdose fülle ich Vollkornnudeln, in eine kleinere eine Nuss-Frucht-Mischung. Geröstete Edamame-Bohnen? Nie gehört, muss ich probieren. Bei einer 200-Gramm-Packung hätte ich wohl länger überlegt, aber hier fällt die Entscheidung nicht schwer. Verschiedene Nudel- und Reissorten, getrocknete Bohnen und andere Hülsenfrüchte, Getreide, das man vor Ort zu Mehl mahlen kann, Nüsse, Trockenfrüchte, Kakaopulver: So gut wie alles, was man nicht kühlen muss, gibt es bei "Zero Hero" zu kaufen, außerdem Seifen und andere Drogerieartikel, Obst und Gemüse sowie Gebäck.

Günstiger als im Bio-Laden

"Die Grundnahrungsmittel kosten bei uns weniger als im Bioladen", betont Gründer Thomas Linhardt. Günstiger fahre man auch mit den Spül- und Waschmitteln, die man sich ebenfalls abfüllen kann. Es handelt sich um Konzentrate, die lange vorhalten. Spezialitäten wie die schokolierten Paranüsse oder besondere Gewürze kosten freilich etwas mehr.

Fast alles wird in großen Säcken angeliefert; so oft es geht aus Papier, bei feuchtigkeitsempfindlichen Produkten lässt sich Plastik nicht vermeiden. Die Gründer freuen sich über gebrauchte, ausgespülte Gläser, die die Kunden dann wiederum kostenlos mitnehmen können. So klappen auch spontane Einkäufe. Baumwollsäckchen und verschiedene Gefäße stehen ebenfalls zum Verkauf.

Das Abfüllen macht Spaß, die Möglichkeit, auch kleinste Portionen zu kaufen, ist ein großer Vorteil. Die Preise sind fair. Gerade, wenn viel los ist, kann das Bezahlen allerdings etwas langwierig sein, muss doch alles einzeln abgewogen werden. Wer etwas Zeit mitbringt, wird aber mit hochwertigen Produkten belohnt – und mit einem guten Gewissen.

Zero Hero, Mo.–Fr. 10–19 Uhr, Sa. 9–14 Uhr, Obere Kanalstraße 11a. 

Stephanie Siebert

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