Montag, 24.09.2018

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Baustelle beendet: Obere Karlsbrücke ist wieder frei

Ein Jahr dauerte die Sanierung, nun ist das Gemäuer erneuert - 22.12.2017 17:48 Uhr

Nach der Sanierung ist der Weg über die Obere Karlsbrücke für Fußgänger und Verkehr wieder frei. © Günter Distler


"Wir hatten eine harte Zeit", sagt Laura Häberlein, Betriebsleiterin von "Di Simo". Das kleine Lokal liegt direkt an der Brücke, Lärm und Dreck der Dauerbaustelle verdarben den Mitarbeitern vor allem im Sommer das Geschäft. Vorübergehend habe sie sogar die Öffnungszeiten verkürzt, sagt Häberlein, die hofft, dass es jetzt wieder aufwärts geht. "Wir freuen uns auf nächstes Jahr."

Zwar hatte die Stadt während der Bauphase sogar einen hölzernen Steg errichtet, damit der Trödelmarkt auch von Süden her erreichbar blieb. Viele Händler klagten dennoch über Umsatzeinbußen. Doch an der Sanierung führte kein Weg vorbei, das betonte auch der Kaufmännische Werkleiter des Servicebetriebs Öffentlicher Raum, Ronald Höfler.

Streusalz hatte die Natursteine rissig gemacht

Weil die Tragfähigkeit der Brücke stark beeinträchtigt war, sorgten Pflanztröge und Leitpfosten schon seit Jahren dafür, dass das Bauwerk von Autos nur im Schritttempo passiert werden konnte. Lkw durften die Brücke überhaupt nicht mehr befahren. Streusalz hatte den Natursteinen stark zugesetzt, das Bogentragwerk war an etlichen Stellen gerissen, zudem war die Oberfläche nicht mehr dicht.

1,2 Millionen Euro investierte die Stadt in die Sanierung "einer der ältesten und schönsten Brücken der Altstadt" (Höfler). Bereits im 15. Jahrhundert hatte an dieser Stelle ein erster Steg die Pegnitz überquert, 1728 entstand die Brücke in ihrer heutigen Form. Stahlbetonmatten sorgen jetzt dafür, dass die Karlsbrücke wieder stärkere Lasten tragen kann, außerdem wurde die Oberfläche abgedichtet und der Sandstein saniert.

Obelisken leuchten nun bei Dunkelheit

Der äußere Rahmen sei zwar beibehalten worden, so Höfler. "Doch innen ist die Brücke komplett neu." Moderne LED-Leuchten setzen zudem die beiden Obelisken abends dezent in Szene. Autofahrer können das Bauwerk jetzt wieder von Süden her überqueren. Ob die als Spielstraße ausgewiesene Strecke wegen ihres abschüssigen Verlaufs zum Rasen verleitet, will die Stadt beobachten.

Das Spielstraßenschild sei jedenfalls viel zu hoch angebracht, kritisiert Freyja Riemke vom Reisebüro "Globetrotter". Auch sie freut sich jedoch über das Ende einer langen Durststrecke. "Wir wären fast vertrocknet."

Die nächste Baustelle ist allerdings mit dem geplanten Abriss der Neuapostolischen Kirche schon in Sicht, auch die Großbaustelle Augustinerhof ist in Reichweite. Citymanager Reto Manitz will dafür sorgen, dass der Trödelmarkt dabei nicht vergessen wird. Dessen individuelles Angebot sei schließlich "ein Teil dessen, was die Innenstadt ausmacht". 

Silke Roennefahrt Lokalredaktion E-Mail

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