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Bratwurstduft und Thaiküche

Multikulti: In der Gartenlaube in Lichtenhof wird auch asiatisch aufgekocht - 13.09.2012 07:44 Uhr

Bei Bernhard Weber gibt‘s Bratwürste, aber auch Thai-Gerichte. © Roland Fengler


Nach einigen Folgen von „Essen im Grünen“ stellen wir satt und zufrieden fest: In vielen Nürnberger Kleingartengaststätten wird sehr gut fränkisch gekocht und gutbürgerlich geschmaust. Auch in der „Gartenlaube“ der Kolonie Lichtenhof e.V. ist das so. Nur mischen sich hier zusätzlich unter den Bratwurstduft die exotischen Gerüche von Basmatireis und Kokosmilch.

Der Grund für diese ungewöhnliche Mischung ist ganz einfach: Die Lebensgefährtin von Inhaber Bernhard Weber stammt aus Thailand und kann gut kochen. Warum also nur Fleischküchle, Schweinebraten und Tafelspitz auf den Teller bringen? Ein bisschen Abwechslung kann schließlich nicht schaden und bei den Gästen kommt es gut an. „Manchmal überholt mich meine Frau sogar und wir verkaufen mehr Thaigerichte als fränkische“, schmunzelt der Wirt. Seit April erst hat er die kleine Gaststätte in der Hermundurenstraße gepachtet. Er ist noch ein bisschen in der Findungsphase, wie er seine Gäste am besten verwöhnen kann. Mal sind es saftige Steaks, mal Königsberger Klopse oder frische Rouladen, die er aus seiner Miniküche zaubert. Sonntags brutzeln die Schäufele in der Röhre, auf Vorbestellung auch gerne unter der Woche.

Für Wünsche seiner Gäste ist der 49-jährige offen. Nur bei einem lässt er sich nicht reinreden, beim Kochen selber. „Ich mache alles so, wie es mir schmeckt“, sagt er. Von strengen Rezepten hält der Autodidakt wenig, lieber probiert er aus, bis er die richtige Zubereitungsart, die beste Soßenkreation gefunden hat. Hauptsache alles ist frisch und selbst gemacht. Da passt die duftende Tom Ka Gai-Suppe seiner Frau Tonglit ja bestens dazu. Hühnchenfleisch, frisches Gemüse, Kokosmilch, und Gewürze in den Wok — fertig!

Eine feste Karte gibt es in der „Gartenlaube“ nicht. Was die Küche tagesaktuell hergibt, schreibt der Wirt mit Kreide auf Tafeln, auch die Küchenzeiten sind nicht fix: „Solange ich da bin, gibt’s auch was zu essen“, sagt Weber. Er stelle sich gern nach 22 Uhr noch an den Herd, wenn sich ein hungriger Gast zu späterer Stunde im Biergarten niederlässt.

Aushängeschild für schmackhaftes Essen: Die Gartenlaube in der Hermundurenstraße gilt als Geheimtipp. © Roland Fengler


Während der Wirt also in der Küche werkelt, kann sich der Gast derweil ein kühles fränkisches Landbier schmecken lassen und die Ruhe genießen. „Das ist das Besondere hier, man ist mitten in der Stadt, aber in einer sehr ruhigen Gegend“, sagt Vereinsvorsitzende Ruth Freese.

Das stimmt, die „Gartenlaube“ liegt an einer wenig befahrenen Straße, auf der anderen Seite grenzen die 34 Gärten der Kolonie. Die wenigsten Kleingärtner kommen jedoch zum Essen. Von der ursprünglichen Idee, mit der eigenen Gaststätte das Vereinsleben zu fördern, sei heutzutage wenig übriggeblieben, weiß Freese.

Skeptische Franken

Trotzdem hat’s natürlich auch in der Gartenlaube schon seit Jahren einen Stammtisch. Den Franken sagt man ja nach, dass sie Neuem gegenüber manchmal etwas skeptisch sind. Da kann es wohl als Kompliment zu werten sein, dass Bernhard Weber bei den alteingesessenen Stammgästen schon längst nicht mehr „Der Neue“ ist. Sogar an die Thaiküche hat der ein oder andere sich schon gewagt und wurde positiv überrascht: „Schmeckt echt subber!“.

Mehr Informationen über die Gartenlaube in unserer Rubrik Essen und Trinken! 

MANUELA PRILL E-Mail

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