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Das Hotel am Nürnberger Tiergarten wird Asylunterkunft

Am Schmausenbuck werden 143 alleinstehende Frauen einquartiert - 21.07.2017 17:07 Uhr

Das "Hotel am Tiergarten" hat seine besten Zeiten hinter sich. Nun wird es wieder mit Leben gefüllt. © Eduard Weigert


Bei einem Besichtigungstermin sagte Finanzminister Markus Söder (CSU), dass er es "skeptisch" gesehen hätte, alleinstehende junge Männer in dem Naherholungsgebiet am Schmausenbuck einzuquartieren. Nun aber werden, wie Regierungspräsident Thomas Bauer und Bayerns Sozialstaatssekretär Johannes Hintersberger (CSU) erläuterten, alleinstehende Frauen untergebracht, die besonders schutzbedürftig sind. Familienväter dürfen mit Frau und Kind ebenfalls einziehen, nicht jedoch alleinstehende Männer oder Ehepaare ohne Kinder.

Auf den Grundfesten dieses großen Gasthauses steht das heutige Hotel am Schmausenbuck. Schon seit 1900 pilgern die Nürnberger in Massen dorthin. © Stadtarchiv Nürnberg


Die Bewohner, die ab Ende August oder Anfang September in dem Ex-Hotel wohnen sollen, werden in Zwei- oder Vier-Bett-Zimmern leben, teils mit eigener Nasszelle. Ansonsten gibt es nach Geschlechtern getrennte Gemeinschaftsbadezimmer. "Ein Sicherheitsdienst wird 24 Stunden vor Ort sein", sagte Hintersberger, der auch guter Dinge ist, dass bis zum Beginn der Belegung eine Sozialbetreuung engagiert ist. Man befinde sich diesbezüglich in Gesprächen mit Diakonie und Caritas, so Bauer.

35 Jahre lang ein Hotel

Der Regierungspräsident widersprach der These, dass aufgrund rückläufiger Zugangszahlen keine neuen Flüchtlingsunterkünfte eröffnet werden müssten. "66 Prozent unserer Plätze in Mittelfranken sind belegt. Bei 80 Prozent sprechen wir von Vollbelegung. Insofern ist da nicht so viel Luft nach oben." Dass die Regierung bereits bei 80 Prozent von Vollbelegung spricht, liegt Bauer zufolge daran, dass nicht alle Plätze belegt werden können – man quartiere keinen Fremden in ein Vier-Bett-Zimmer, wenn dort eine dreiköpfige Familie lebe.

Bauer sagte, dass das Haus 1970 erbaut worden sei, dann habe es 35 Jahre als Hotel gedient. 2015 habe man sich mit dem Inhaber geeinigt, dass dort eine Flüchtlingsunterkunft entstehen soll. Nach der Sanierung durch den Besitzer habe die Regierung einen Mietvertrag ab dem 1. Juni 2017 mit einer zehnjährigen Laufzeit abgeschlossen. 

Marco Puschner

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