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Deniz verweigert die Aussage

19-jähriger Antifa-Demonstrant schweigt am ersten Verhandlungstag - 23.10.2012 15:50 Uhr

Der wegen versuchten Totschlags angeklagte Deniz K. steht am Dienstag im Landgericht Nürnberg-Fürth zu Prozessbeginn im Sitzungssaal neben seinen Anwälten Inigo Schmitt-Reinholtz (li.) und Martin Heiming.

Der wegen versuchten Totschlags angeklagte Deniz K. steht am Dienstag im Landgericht Nürnberg-Fürth zu Prozessbeginn im Sitzungssaal neben seinen Anwälten Inigo Schmitt-Reinholtz (li.) und Martin Heiming. © dpa


Viele Unterstützer des Angeklagten mussten verschärfte Einlasskontrollen über sich ergehen lassen, bevor sie den Sitzungssaal betreten durften. Sein Anwalt sieht das Vorgehen der Staatsanwaltschaft im Fall Deniz als sehr problematisch an.

 

 

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem fünffachen versuchten Totschlag vor. Der Angeklagte soll versucht haben, bei einer Kundgebung Ende März in Nürnberg eine Absperrung zu durchbrechen. Dabei habe er eine Fahnenstange als Waffe benutzt, mehrere Beamte angegriffen und sie am Schutzhelm oder der Brust getroffen. Ein Beamter wurde leicht am Kehlkopf verletzt. Die Demo richtete sich gegen rechte Gewalt in Franken. Der 19-Jährige wollte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern.

Seit der Festnahme erfährt Deniz von linken Gruppen immer wieder Unterstützung.

Seit der Festnahme erfährt Deniz von linken Gruppen immer wieder Unterstützung. © Roland Fengler


In der Verhandlung wurden Videos und Bilder gezeigt, auf denen zwar die Rangeleien an der Absperrung zu sehen waren, allerdings nicht der entscheidende Angriff. Auch waren alle Beteiligten fast identisch mit einer schwarzen Kapuzenjacken oder einer Mütze sowie einer Sonnenbrille bekleidet. Zudem verdeckten teilweise Fahnen das Geschehen. Der Angeklagte wurde im April bei einer Demonstration in Ludwigshafen festgenommen.

Wegen einer Kundgebung linker Gruppen vor dem Justizgebäude hatte die Gerichtsverwaltung verschärfte Einlasskontrollen angeordnet. Zahlreiche Linksautonome beobachteten die Verhandlung vor der Jugendstrafkammer. Wer den Gerichtssaal betreten wollte, musste durch eine Sicherheitsschranke, und auch die Taschen wurden durchsucht. Zu Vorfällen kam es nicht.

Insgesamt sind vier Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil soll Anfang November gesprochen werden. 

dpa

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