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Der „Betriebsunfall Abstieg“ wurde repariert

Die Frauen des 1.FC Nürnberg kehren in die Regionalliga zurück - 18.06.2013 13:10 Uhr

Das Club-Aufsteigerteam, hintere Reihe:  die Trainer Peter Wießmeier und Benjamin Uebel, Betreuerin Adele Loukas, Sportlicher Leiter Andreas Tschorn; mittlere Reihe: Daniela Puscha, Marina Mittermeier, Julia Hirschmann, Tanja Lehnes, Sina Bach, Alexandra Loukas, Catharina Schmalfuß; vordere Reihe: Christina Herrmann, Simone Grimm, Melissa Ludewig, Lisa Greiner, Marina Vogt, Nicole Nähr, Verena Eichhammer sowie Luisa Reichert (vorne liegend).

Das Club-Aufsteigerteam, hintere Reihe: die Trainer Peter Wießmeier und Benjamin Uebel, Betreuerin Adele Loukas, Sportlicher Leiter Andreas Tschorn; mittlere Reihe: Daniela Puscha, Marina Mittermeier, Julia Hirschmann, Tanja Lehnes, Sina Bach, Alexandra Loukas, Catharina Schmalfuß; vordere Reihe: Christina Herrmann, Simone Grimm, Melissa Ludewig, Lisa Greiner, Marina Vogt, Nicole Nähr, Verena Eichhammer sowie Luisa Reichert (vorne liegend). © Jessica Schönhut


Dabei steckte das Club-Team den Umbruch erstaunlich gelassen weg: Beendeten doch im Sommer 2012 mit der ukrainischen Nationalspielerin und EM-Teilnehmerin Olena Mazurenko (43) nach zwölf Jahren beim 1.FCN und der bundesliga-erprobten Kerstin Hoffmann (36) die beiden erfahrensten Spielerinnen ihre Karriere. Und so wies das von Peter Wießmeier (Vater von FCN-Profi Julian Wießmeier) und Benjamin Uebel gleichberechtigt gecoachte Aufstiegsteam einen Altersschnitt von 21,4 Jahren auf, ließ sich aber von den Konkurrentinnen allenfalls zu Saisonbeginn ein wenig beeindrucken, als es mit einer Niederlage, einem Sieg und einem Remis startete. „Dass wir da nur vier Punkte hatten, war sicher unbefriedigend, aber dann hatten wir einen richtigen Lauf, bis wir am Ende wieder ein paar Federn gelassen haben“, lässt Tschorn die Spielzeit im Zeitraffer Revue passieren.

Insgesamt 26 Aktive kamen in den 22 Saisonspielen zum Einsatz, darunter am Ende auch mehrere Juniorinnen und Spielerinnen der zweiten Mannschaft. Auf der Einsatzliste ganz oben stehen dabei Abwehrspielerinnen: Melissa Ludewig war immer dabei, Spielführerin Sina Bach und Alexandra Loukas fehlten nur einmal, die vor der Saison von Bundesligist Crailsheim gekommene Marina Mittermeier verpasste lediglich zwei Partien. „Marina war eine ganz wichtige Verstärkung, nicht nur wegen ihrer zwölf Tore“, blickt Tschorn zurück. Womit sie hinter Verena Eichhammer rangiert: Die Vize-Torschützkönigin der Liga kam bei 18 Einsätzen auf 16 Treffer.

„Wie man am Altersschnitt sieht, sind bei uns viele Schülerinnen, Auszubildende und Studentinnen dabei, die zwischendurch auch mal ein paar Wochen aussetzen mussten, wenn Prüfungen ins Haus standen – aber unser Kader war sehr gut und gleichmäßig besetzt“, erzählt der Manager. So habe das Team es auch weggesteckt, dass die 19-jährige Juniorennationalspielerin Lisa Greiner wegen eines halbjährigen Studienaufenthalts in Costa Rica lange fehlte.

17 Siege, zwei Unentschieden und drei Niederlagen stehen in der Club-Bilanz, gegen den zweitplatzierten FC Ingolstadt gelangen zwei Siege, was den Fünf-Punkte-Vorsprung am Ende erklärt. Der Club stellte den besten Angriff (76 Treffer) und die stärkste Abwehr (22 Gegentore) – auch ein Verdienst der Torhüterinnen Jacqueline Pfaller (12 Einsätze), Anke Gülpers (10) und „U17“-Keeperin Sabrina Sickl (1), die in der letzten Partie schon mal ran durfte – wohl auch mit Blick darauf, dass Pfaller sich nun zum Bezirksligisten SC Gremsdorf verabschiedet und kürzertreten will.

Vier der Nachwuchsspielerinnen, die in der ersten Saison der „U17“-Bundesliga dazu beitrugen, dass der Club einen ordentlichen vierten Platz belegte, rücken auf – wehtut allerdings den Nürnbergerinnen, dass sich mit Madeleine Hiereth die herausragende B-Juniorin zu einem Wechsel zu Bayern München entschlossen hat. „Die lassen wir sehr ungern ziehen, sie ist ein großer Verlust“, räumt Tschorn ein. „Aber alle anderen vier dürfen sich jetzt in der Saisonvorbereitung beweisen.“

Für die zeichnet das bewährte Trainerduo verantwortlich, dessen Verträge sich durch den Aufstieg um ein Jahr verlängert haben. Mit Nicole Munzert vom FFC Hof erhalten beide eine ausgesprochene Wunschspielerin als Verstärkung.

Tschorn und seine Mitstreiter im Hintergrund haben bis zum ersten Anpfiff in der Regionalliga noch reichlich Arbeit vor sich. Die Fahrten werden weiter, da würden ein paar zusätzliche Sponsoren nicht schaden. Dazu schickt der Club ein drittes Frauenteam ins Rennen – „da brauchen wir zu unseren aktuell zwei Spiel- und Trainingsstätten am Valznerweiher und der Bertolt-Brecht-Schule eigentlich noch eine dritte“, sagt der Sportliche Leiter. Und die Zielsetzung in der Regionalliga? „Erst mal steht der Klassenerhalt im Vordergrund“, sagt Tschorn, macht aber kein Hehl aus der Hoffnung, „einen gesicherten Mittelfeldplatz“ zu erreichen. 

Philipp Roser

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