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Der Quelle-Komplex geht an großen Immobilien-Entwickler

Käufer sitzt in Düsseldorf - Stadt Nürnberg drängt nun auf schnelle Information - 27.06.2018 14:44 Uhr

Was als Gerücht begann, verdichtet sich nun zunehmend: Die Quelle geht wohl an einen großen deutschen Immobilieninvestor. Namen wollte die Stadt allerdings noch nicht nennen. © Eduard Weigert


Seit einigen Tagen wisse man, dass es Verkaufsverhandlungen gebe, sagt Michael Ruf, Leiter des Stabs Stadtentwicklung im Bürgermeisteramt, auf Anfrage. Solange die Tinte unter dem Vertrag noch nicht trocken ist, will Ruf aber noch nicht von einem tatsächlich erfolgten Verkauf sprechen. Auch Wirtschaftsreferent Michael Fraas drückt noch etwas auf die Euphorie-Bremse: "Nachdem zum Thema Quelle schon so viel spekuliert wurde, bei allen Wendungen und dem langjährigen Auf und Ab: Eine Immobilie hat erst dann den Eigentümer gewechselt, wenn es im Grundbuch steht. Für mich ist wichtig, dass sich endlich etwas tut und die Entwicklung der Immobilie endlich angestoßen wird. Darauf warten wir alle schon lange."

Doch was als Gerücht die Runde machte, verdichtet sich zunehmend: Ein Immobilienentwickler aus Düsseldorf, die Gerchgroup, soll das ehemalige, 250.000 Quadratmeter große Versandhaus in der Fürther Straße gekauft haben. Das Unternehmen ist unter anderem auf ältere Standorte/Immobilien fokussiert. Dazu gehört laut Homepage beispielsweise das Postbank-Areal an der Kennedyallee in Bonn, das alte Polizeipräsidium in Frankfurt/Main und das riesige Deutzgelände in Köln mit einer Bruttogeschossfläche von 305.000 Quadratmetern.

Wohnen im Mittelpunkt

In den meisten Projekten der Düsseldorfer geht es um eine Kombination von Wohnen und Gewerbe. Diese Zielrichtung stößt im Rathaus auf Wohlwollen. Dass der potenzielle neue Besitzer vor großen Investitionen nicht zurückschreckt, zeigt das Kölner Projekt. Laut Unternehmen liegt die Gesamtinvestition bei einer Milliarde Euro. Auch in Bayreuth ist die Firma vertreten, wo ein altes Speditionsgelände bis 2020 mit Wohnungen bebaut werden soll. Die Gerchgroup konzentriert sich vermehrt auf prosperierende B- und C-Standorte. 

Die Stadt Nürnberg ist gar nicht traurig darüber, dass das portugiesische Unternehmen Sonae Sierra das Areal loswerden will. "Wir sind dankbar, wenn Bewegung reinkommt", sagt Michael Ruf. Schließlich ließen die Portugiesen die Stadt drei Jahre lang zappeln – und das Gebäude leer stehen.

Bilderstrecke zum Thema

Quelle: Ein Rundgang durch die ehemalige "Versandmaschine"

Ein Rundgang durch das zweitgrößte leerstehende Gebäude Deutschlands im Dezember 2012.


Der Shopping-Center-Spezialist Sonae Sierra hatte das unter Denkmalschutz stehende Gebäude 2015 bei einer Zwangsversteigerung für 16,8 Millionen Euro erworben. Seitdem gab es immer wieder Verhandlungen mit der Stadt über die Nutzung. Doch die Kommune wollte bei den Plänen, im ehemaligen Quelle-Komplex vor allem Handel unterzubringen, nicht mitmachen. Jetzt haben die Portugiesen, die sich noch nicht zu den aktuellen Entwicklungen äußern wollen, das Handtuch geworfen.

Eigentlich wollte die Stadtspitze erst in zwei Wochen mit Sonae Sierra sprechen. Doch jetzt drängt die Stadt auf einen schnelleren Gesprächstermin mit den Portugiesen und dem Käufer, um Details zu erfahren. Immerhin handelt es sich um ein Gelände mit großem Entwicklungspotenzial.  

Sabine Stoll und Andreas Franke

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