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Freitag, 16.11.2018

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Diskobekanntschaft klaut Mini und flüchtet vor der Polizei

Es folgte eine 150 Kilometer lange Verfolgungsjagd mit Hubschrauber - 18.08.2018 15:36 Uhr

Nach einem gemeinsamen Diskobesuch nächtigte der 19-jährige Nürnberger in der Wohnung der gleichaltrigen Krankenschwester, da er gerade keine andere Schlafgelegenheit hatte. Als die junge Frau schlief, entwendete er aus deren Handtasche den Fahrzeugschlüssel und fuhr mit ihrem Mini los.

Allerdings schepperte er erst mal beim Ausparken gegen eine Hauswand und entfernte sich von der Unfallstelle, ohne sich um die Schäden zu kümmern. In der Nürnberger Innenstadt sammelte der Staplerfahrer ohne Führerschein im Anschluss vier Freunde an einer bekannten Diskothek auf, von denen er Drei am Nürnberger Hauptbahnhof wieder aussteigen ließ. Ein Bekannter, den er angeblich nach Hause fahren wollte, blieb als Beifahrer sitzen.

Während der Heimfahrt geriet der Wagen allerdings ins Visier einer Polizeistreife. Es sollte eine allgemeine Verkehrskontrolle folgen, jedoch missachtete der 19-Jährige die Signale der Polizei. Sein Beifahrer forderte ihn mehrfach auf, ihn aussteigen zu lassen, was den Staplerfahrer aber auch nicht zum Anhalten bewegte.

Flucht auf der Autobahn

Stattdessen beschleunigte er, verließ das Stadtgebiet und fuhr an der Anschlussstelle Nürnberg-Nord auf die A3 in Richtung Regensburg auf. Am Autobahnkreuz Nürnberg steuerte er den Mini dann weiter Richtung München. Er ignorierte sämtliche Anhalteversuche und raste der Polizei mit 160 bis 200 km/h davon. Dabei überholte er mehrfach rechts sowie über den Seitenstreifen und gefährdete durch seine unkontrollierten Fahr- und Überholmanöver auch andere Verkehrsteilnehmer.

Um den Verfolgungsdruck abzubauen, ließen sich die Polizisten  absichtlich zurückfallen. Außerdem war es der Einsatzzentrale gelungen, einen dauerhaften Telefonkontakt mit den Fahrzeuginsassen zu halten. Die Beobachtung übernahm ein Polizeihubschrauber aus der Luft. An der Tank- und Rastanlage Führholzen fuhr der Mini schließlich von der Autobahn ab. Dort konnten mehrere Streifenwagen das Auto einkesseln. Nach knapp 150 Kilometern war die Verfolgungsjagd beendet. Die Beamten nahmen den 19-jährigen Staplerfahrer noch an Ort und Stelle fest. Neben der fehlenden Fahrerlaubnis stellten die Polizisten auch noch Alkoholgeruch bei dem Mann fest. Ein Test ergab einen Wert von über ein Promille.

Den Pkw wollte er angeblich nicht stehlen, sondern nur für eine Spritztour ausleihen. Eigenen Angaben zufolge leidet der 19-Jährige unter einer Persönlichkeitsstörung und hat psychische Probleme. Aufgrund der konkreten Gefährdungsprognose wurde er nach einer Blutentnahme in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Bei der Verfolgungsfahrt kamen keine Unbeteiligten oder Polizisten zu Schaden. Den Unfallschaden aus Nürnberg schätzt die Polizei auf 2000 Euro. 

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