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Endlich fürs Leben lernen

Auch Kultusministerium darf sich weiterentwickeln - 20.10.2009

Allerdings leiden die Gymnasien immer noch unter dem mit Stoff vollgepfropften G8, das einst vom ehrgeizigen Ministerpräsidenten Stoiber ohne ausreichende Sachkenntnis diktatorisch verordnet wurde. Noch immer drillen sich Gymnasiasten, um bei schulischen Tests fragwürdiges Detailwissen aufs Papier zu bringen - das sie kurze Zeit später wieder vergessen, um im Gehirn Kapazitäten für das nächste Schulaufgaben-Wissen freizuschaufeln. Es ist bedrückend zu sehen, wie auf diese Weise die kindliche Neugier als Motor des Lernens abgewürgt wird.

Jetzt will ein in Gründung befindliches Jenaplan-Gymnasium zeigen, was «Lernen fürs Leben« bedeuten könnte. Man kann dem Vorhaben nur viel Erfolg wünschen. Schließlich hat das Kultusministerium schon öfter pädagogische Anleihen bei Privatschulen genommen. Die Gelegenheit dazuzulernen sollte also nicht nur Schülern, sondern auch dem Kultusministerium gegönnt sein. Es ist eine Chance, um sich endlich klarzumachen, worauf Schule wirklich Wert legen sollte. 

Hartmut Voigt

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