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Extreme Kontakte: Wirbel in Nürnberger AfD-Jugend

Schatzmeister Riccardo Pinckert hatte Kontakte zur NPD - und tritt zurück - 30.03.2017 15:45 Uhr

Riccardo Pinckert war Schatzmeister bei der "jungen Alternative Nürnberg" - der Jugendorganisation der AfD.

Riccardo Pinckert war Schatzmeister bei der "jungen Alternative Nürnberg" - der Jugendorganisation der AfD. © dpa


Auf Nachfrage der Nürnberger Nachrichten gibt Riccardo Pinckert zu, dass er sich "drei bis vier Jahre" im Dunstkreis der NPD bewegt und mit rechtsextremen Ideen sympathisiert habe. Er habe sich aber zwischen 2013 und 2014 "komplett von der Szene gelöst", weil er die rechtsradikalen Ansichten "moralisch" nicht mehr richtig fand.

Nach Medienberichten nahm Pinckert 2012 an rechtsextremen Aufmärschen in Franken teil. Außerdem habe der Nürnberger bei einer Demo der NPD-Jugendorganisation in Coburg die Fahne der Jungen Nationaldemokraten getragen, bei einer anderen Kundgebung wurde er mit der Fahne des Nürnberger NPD-Kreisverbandes gesehen. 2011 knackten Aktivisten die Seite eines rechtsextremen Onlinehandels - Pinckert war einer der Kunden. Der 24-Jährige soll bis Mitte 2014 Kontakt zu Kadern der NPD-Jugend und zur "Bürgerinitiative Ausländerstopp" gehabt haben. Auf sozialen Netzwerken sei er aktuell mit bayerischen NPD-Funktionären befreundet.

Der Kreisverband Nürnberg-Fürth der "Jungen Alternative Bayern" gründete sich im Dezember 2016. Pinckert wurde Schatzmeister. Er habe zu dem Zeitpunkt mit der NPD nichts mehr zu tun gehabt, betont der Angestellte.

Rücktritt aus Zeitgründen

Er sei jetzt nur aus Zeitgründen als Schatzmeister zurückgetreten. Er habe ohnehin vorgehabt, vor Ostern aufzuhören. Nach den Presseberichten "habe ich es eben früher gemacht". Die Partei habe ihn nach Bekanntwerden seiner braunen Vergangenheit nicht zum Rücktritt aufgefordert. Auf der Facebook-Seite bedauert der Nürnberger Vorstand Pinckerts den Schritt. "Als Mitglied bleibt er uns aber weiterhin erhalten." Wie lange noch, klärt jetzt der Landesvorstand. "Wir werden mit Pinckert sprechen und prüfen, ob ein Ausschlussverfahren statthaft ist", sagt der stellvertretende Landesvorsitzende der JA Bayern, Sven Kachelmann.

Jedes neue Mitglied müsse mit dem Landesgeschäftsführer Florian Köhler ein Aufnahmegespräch führen, in dem geprüft werde, "ob es Verstrickungen mit verfassungsfeindlichen Organisationen gibt". Warum bei Pinckert nichts auffiel, sei zu klären. "Eine Verknüpfung ins rechtsextreme Milieu und eine Mitgliedschaft in der JA Bayern sind unvereinbar", so Kachelmann. 

Ute Möller

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