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Fall 22: Wärme und Beistand

Fürther Treffpunkt ist Anlaufstelle in der Not - 06.12.2017 12:55 Uhr

Ttreffpunkt-Leiter Wolfgang Sperber (rechts) bei einer Adventsfeier im neuen Fürther Sozialzentrum mit Mitarbeiter Richard Kotzdarsch, der einen Stand mit kostenlosen Wollsachen des Vereins Nadelglück betreut. © Wolfgang Heilig-Achneck


"Wirklich im Freien lebt derzeit keiner unserer Besucher", sagt Wolfgang Sperber, der Leiter des "Fürther Treffpunkts". Aber die Liste derer, die keine feste Bleibe haben, ist trotzdem lang. Klares Indiz: Fast 100 Männern und Frauen dient die Wärmestube ersatzweise auch als Postadresse.

Seit diesem Jahr verfügt sie über größere und ansprechendere Räume als früher und bildet den Eckpfeiler in einem neuen Sozialzentrum - mit dem Quartiersmanagement, der Wohnungslosenhilfe und der gut sortierten "Fundgrube". Und nicht weniger wichtig als warme Mahlzeiten, eine Gelegenheit zum Duschen, Wäschewaschen oder frische Kleidung ist die soziale Beratung.

Etwa für Nadine D. (Name geändert): Seit zwei Monaten lebt, nein: haust die 34-Jährige in einem Obdachlosenquartier. Das bedeutet: zehn Quadratmeter, keine Dusche, nur ein Gemeinschafts-WC, das obendrein oft verstopft ist. Keine Bleibe für eine Mutter mit einer Risikoschwangerschaft. Deretwegen sie von der Zeitarbeitsfirma, für die sie als angelernte Kraft auch anstrengende körperliche Arbeit verrichten musste, bereits freigestellt wurde.

Nun hat sie - mit Unterstützung des Sozialzentrums - eine eigene Wohnung in Aussicht. Nur: Wo soll sie auf die Schnelle 1300 Euro für die Kaution hernehmen? Dass sie in ihrer Not bei Wolfgang Sperber anklopfte, war keine schlechte Idee: Immer wieder gelingt es dem Sozialpädagogen, wenigstens Notlösungen für eine Übergangszeit zu finden.

In diesem Fall will "Freude für alle" Nadine D. die Sorge um die Kaution abnehmen. Damit könnte fast alles in Butter sein, wäre da nicht - eine fatale Liebesgeschichte: Als die damalige Quelle-Angestellte vor weit über zehn Jahren Viktor L. (Name ebenfalls geändert) traf, erschien er ihr als der Traumpartner. Und auch ihre Eltern waren damals rundum angetan. Doch die beiden verloren sich aus den Augen - nur ein Tattoo trug sie seither als schier unauslöschliches Zeichen ihrer ungebrochenen Zuneigung.

Im vergangenen Frühjahr kreuzten sich ihre Wege per Zufall - im Internet. Der alte Zauber wirkte noch, rasch waren sie sich einig, nun die einst unerfüllten Wünsche Wirklichkeit werden zu lassen. Allerdings zeigte sich alsbald eine schwere Hypothek: Viktor L. leidet unter einer psychischen Erkrankung, die ihn Stimmen hören und auch aggressiv werden lässt. Soweit er den ärztlichen Verordnungen folgt, kommt das Paar gut klar. Mit Unterstützung der Wärmestube hat Nadine D. immerhin Vorsorge für den Fall getroffen, dass doch alles in die Brüche geht.

"Freude für alle e. V." bittet um Zuwendungen auf eines dieser Konten:

Sparkasse  Nürnberg: DE63 7605 0101 0001 1011 11

Sparkasse  Fürth: DE96 7625 0000 0000 2777 72

Sparkasse  Erlangen: DE28 7635 0000 0000 0639 99

Postbank  Nürnberg: DE83 7601 0085 0400 0948 54

Jeder Euro kommt ohne Abzug für Verwaltungskosten Bedürftigen in unserer Region zugute. Spendenbestätigungen senden wir unaufgefordert für Beträge ab 200 Euro zu - dazu bitte vollständige Adresse mit angeben. Barspenden nehmen gerne die Geschäftsstellen der Zeitung in der Nürnberger Mauthalle, in Fürth (Schwabacher Straße 106) und Erlangen (Hauptstraße 38) an. 

WOLFGANGHEILIG-ACHNECK

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